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Klinik für Palliativmedizin Baden-Baden Ebersteinburg

Kontakt

Dr. Matthias Schley
Kontakt
Christiane Teichmann

Telefon / Fax / E-Mail
Tel.  07221 213-401
Fax  07221 213-247

Das Sekretariat ist besetzt:
Montag, Dienstag und Donnerstag von 08.00 – 13.00 Uhr und von 13.45 – 16.45 Uhr
Mittwoch und Freitag von 08.00 – 16.00 Uhr

Über uns

Palliativmedizin ist ein Teil der Medizin, der die Behandlung von Patienten mit einer nicht heilbaren, immer weiter fortschreitenden bzw. schon weit fortgeschrittenen Erkrankung umfasst. Im Mittelpunkt stehen Patienten, die nur noch eine begrenzte Lebenserwartung haben. Ziel der Palliativmedizin ist es, eine so große Lebensqualität wie nur möglich für diese Patienten herzustellen. Ein multiprofessionelles, interdisziplinäres Team, das durch ehrenamtliche Helfer unterstützt wird, geht nicht nur auf Symptome ein, sondern berücksichtigt auch die physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse der Patienten – und auch die der Angehörigen. Dabei werden Rahmenbedingungen geschaffen, die die Intimität des Patienten respektieren. So gibt es zum Beispiel ein Zweibettzimmer für Patienten mit Begleitperson und es gibt acht Einbettzimmer sowie Übernachtungsmöglichkeiten für Angehörige. Die Zimmer werden ergänzt durch Gemeinschafts- und Aufenthaltsräume, in
denen Patienten und Angehörige auch gemeinsame Mahlzeiten einnehmen können.
Auf der Palliativstation wird der Tod als Teil des Lebens akzeptiert. Grundsätzlich wird das Leben aber bejaht, weshalb es auch keine Beschleunigung oder Hinauszögerung des Todes gibt. Palliativmedizin ist deshalb auch eine eindeutige Absage an die Sterbehilfe.

 
 

Versorgung nach einem Palliativaufenthalt
Für eine Versorgung der Patienten nach dem zeitlich begrenzten Aufenthalt im Krankenhaus kommen folgende Möglichkeiten in Frage:

  •  Zunächst wird eine Entlassung nach Hause angestrebt, zu der auch ambulante Pflege- und Palliativdienste ihren Beitrag leisten müssen. Die Angehörigen werden in die Pflege und die Betreuung eingewiesen. Ein ehrenamtlicher ambulanter Palliativdienst unterstützt den Kranken und die Familie zuhause.
  •  Verlegung in eine stationäre Pflegeeinrichtung, falls keine spezifisch palliativmedizinische Pflege mehr erforderlich ist.
  •  Verlegung ins Hospiz Kafarnaum bei der Notwendigkeit einer aufwändigen palliativmedizinischen Pflege.

Aufnahmekriterien in der Palliativstation
In die Palliativklinik werden Patienten mit einer fortgeschrittenen Erkrankung mit komplexen Symptomen und Problemen aufgenommen. Dies sind Patienten, die eine begrenzte Lebenserwartung haben. Eine Festlegung auf bestimmte Krankheitsbilder gibt es nicht. Zu den auf der Palliativstation versorgten Erkrankungen gehören:

  • Fortgeschrittene Krebserkrankungen
  • Fortgeschrittene Erkrankungen des Nervensystems
  • Endzustände chronischer Erkrankungen von z. B. Zentralnervensystem, Niere, Herz, Lunge, Leber oder Gefäßsystem

Im Vordergrund eines Aufenthalts in der Palliativstation stehen (im Gegensatz zu einem Aufenthalt im Hospiz) die aufwändige medizinische oder pflegerische Versorgung der Krankheitssymptome, die zu Hause oder im Pflegeheim nicht mehr beherrschbar sind, sowie die Organisation der weiteren Versorgung, aber auch eine zeitliche Begrenzung des Aufenthalts.
Der Patient und auch seine Angehörigen sollten mit der Aufnahme auf die Palliativstation einverstanden sein. Das ist wichtig, weil die Palliativstation zwar für eine Verbesserung der Lebensqualität der Patienten steht – aber eben nicht für kurative bzw. lebensverlängernde Therapien (einschließlich so genannter „palliativer“ Chemotherapien).
Ein wichtiges Ziel der palliativen Versorgung, die in enger Zusammenarbeit mit den ambulanten Strukturen verläuft, ist eine Rückkehr in den häuslichen Bereich. Dies wird auch von den meisten Patienten so gewünscht.
Für einen Aufenthalt auf der Palliativstation muss immer auch eine medizinische Indikation bestehen:

  •  Symptome wie Schmerzen, Atemnot, Übelkeit, Erbrechen, Schluckstörungen, Obstipation u. a.
  •  Psychische Probleme wie Angst, Depression, Verwirrtheit
  •  Soziale Indikationen wie alleinstehende Patienten, Überforderung der Angehörigen bei der häuslichen Versorgung

Leistungsspektrum

Nach einer ausführlichen Anamnese und körperlicher Untersuchung, die sich bei einer fortgeschrittenen Erkrankung auf das beschränkt, was für den Patienten zumutbar ist, beginnt die Therapie so rasch wie möglich. Im Vordergrund stehen dabei die Schmerzbehandlung und die Symptomkontrolle.

Häufig zu kontrollierende Symptome sind:

  • Dyspnoe (Atemnot)
  • Schmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Obstipation/Obstruktion (Verstopfung/Darmverschluss)
  • Kachexie (Gewichtsverlust), Exsikkose (Austrocknung), Dysphagie (Schluckstörung)
  • Verwirrtheit und Schwindel
  • Depressive Verstimmungen

Weitere Behandlungsverfahren sind:

  • Medikamentengabe und Infusionen
  • Transfusion von Blut- und Thrombozyten-Konzentraten bei Beschwerden durch Blutverlust
  • Pleurapunktionen, Pleuradrainagen bei Atemnot durch Wasseransammlung in der Lunge
  • Ascitespunktionen, Ascitesdrainagen bei Beschwerden durch Wasseransammlung im Bauchraum
  • Anlage von Magenablaufsonden zur Linderung des Erbrechens bei Darmverschluss
  • Portanlage (Chirurgie) zur Sicherstellung eines venösen Zugangs
  • Magen- und Darmspiegelung bei Blutungen

Bei allen Maßnahmen gilt jedoch stets: Die Wünsche des Patienten bzw. seine Patientenverfügung genießen höchste Priorität! Die Sinnhaftigkeit jeder diagnostischen und therapeutischen Maßnahme wird daran gemessen. Auch ein Therapierückzug kann Teil des individuellen Behandlungskonzeptes sein.

Selbstverständlich arbeiten wir nach den Standards der Palliative-Care-Pflege. Das bedeutet, dass unsere Patienten professionell beraten, begleitet und durch geschultes Fachpersonal betreut werden. Unsere Mitarbeiter haben eine hohe pflegerisch-fachliche Kompetenz – und sind immer auch Mensch in der Begegnung mit dem Patienten. Eine Sozialberatung und eine psychoonkologische Betreuung sowie ein seelsorgerisches Team ergänzen dies.