Modernste Simulatoren und virtuelle Realität an einem innovativen Lernort für eine neue Lernkultur
Am Klinikum Mittelbaden (KMB) ist in den vergangenen Wochen und Monaten ein hochmodernes Simulationszentrum entstanden, das die Aus-, Fort- und Weiterbildung in Pflege, Medizin, Notfallversorgung und interdisziplinärer Zusammenarbeit nachhaltig stärkt. Der neue Lernort verbindet modernste Simulationstechnik mit einer innovativen didaktischen Ausrichtung, was dazu beitragen wird, die Versorgungsqualität in der Region langfristig zu sichern.
Das Zentrum schafft realitätsnahe Trainingsszenarien in allen relevanten Versorgungssettings: von der pädiatrischen Versorgung über Notfall- und OP-Simulationen bis hin zur ambulanten, akuten und langzeitpflegerischen Betreuung. Diese Bandbreite an Übungsoptionen für alle gesundheitlichen Versorgungssituationen ist bundesweit in dieser Form einzigartig. Dabei ist die Ausstattung höchst flexibel. Dank der modularen Konzeption können die einzelnen Komponenten und Settings auch an anderen Standorten eingesetzt werden.
Ermöglicht wurde das Leuchtturmprojekt durch die gezielte und zweckgebundene Förderung der Helga Schulz-Zöller Stiftung. Die Stiftung hat insgesamt eine Fördersumme in Höhe von über 800.000 Euro für den Förderzeitraum von 2024 bis 2027 zur Verfügung gestellt.
Am 28. November wurde das Simulationszentrum im Rahmen eines Festakts offiziell eingeweiht.
„Dieses Zentrum ist mehr als ein Trainingsort – es ist eine wichtige Säule für Patienten- und Bewohnersicherheit und damit ein Versprechen an die Menschen in unserer Region. Wir wollen eine innovative Lernumgebung bieten, in der realitätsnahe Patienten- und Bewohnersituationen sicher geübt, die Vorgehensweise reflektiert und so Handlungssicherheit gewonnen werden kann. Dies ruft Begeisterung hervor und das Engagement aller Beteiligten zeigt, wie wichtig dieses Projekt für die Gesundheitsversorgung ist“, geht Projektpatin und Pflegedirektorin Anja König im Zuge ihres Festvortrags auf die Bedeutung des Simulationszentrums ein.
„Unsere Stiftung unterstützt ganz im Sinne der Stifterin seit vielen Jahren Projekte, die nachhaltig und unmittelbar der Versorgung von Patientinnen und Patienten zugutekommen. Das neue Simulationszentrum setzt genau dort an: Es stärkt Kompetenzen, verbessert Kommunikation und schafft Handlungssicherheit in kritischen wie auch alltäglichen Versorgungssituationen. Wir sind stolz darauf, dieses Vorhaben möglich gemacht zu haben“, zeigt Rüdiger Bahr, Mitglied des Vorstands der Helga Schulz-Zöller Stiftung die Beweggründe für die Förderung auf.
„Die Anforderungen an die moderne Medizin und Gesundheitsversorgung steigen stetig und wir müssen darauf mit innovativen und breitgefächerten Ausbildungs- und Trainingsmöglichkeiten reagieren. Die Kombination aus High-End-Simulatoren, virtueller Realität, evidenzbasierter Didaktik und Methodik bieten ideale Voraussetzungen, um Teams unterschiedlichster Professionen auf komplexe Situationen vorzubereiten. Das Zentrum ist ein wichtiger Meilenstein für unser KMB und die Region Mittelbaden“, hebt Priv.-Doz. Dr. Thomas Iber bei seinen Grußworten die Bedeutung des neuen Lernorts hervor. „Im Namen der Geschäftsführung und des Aufsichtsrats bedanke ich mich ganz herzlich bei den Verantwortlichen der Helga Schulz-Zöller-Stiftung für die gezielte und zweckgebundene Förderung. Ferner gilt unser Dank allen beteiligten internen wie auch externen Akteuren, die zur Realisierung des neuen Simulationszentrums beigetragen haben.“
„Für unser Team war es entscheidend, ein Lernumfeld zu schaffen, das realistische Szenarien ermöglicht und zugleich neue Wege im Training eröffnet. Mit VR-Technologie, mobilen Trainingsmodulen und spezialisierten Simulatoren können wir Abläufe, Teamkommunikation und klinische wie auch pflegerische Entscheidungsprozesse so trainieren, wie sie im Alltag tatsächlich stattfinden. Wir freuen uns darauf, das Zentrum gemeinsam mit den Teilnehmenden und Instruktoren weiterzuentwickeln“, verdeutlichen die Projektleiterinnen Lisa Rüttiger und Julia Laubel, zuständig für die Personalentwicklung und Innerbetriebliche Fort- und Weiterbildung am KMB.
Im Zuge der feierlichen Eröffnung hatten geladene Gäste wie auch Pressevertreter die Möglichkeit, das neue Simulationszentrum hautnah und zum Anfassen wie auch Mitmachen kennenzulernen. Bei Rundgängen erhielten sie exklusive Einblicke in die neue Lernumgebung, erlebten Live-Simulationen, tauchten mit VR-Brillen in die menschliche Anatomie ein und konnten ausgewählte Trainingselemente selbst testen. Darüber hinaus konnten sie sich mit den realitätsnahen Trainingsszenarien der Notfallmanager und dem Einsatz des AmbuMan vertraut machen, lernten den Frühchen-Simulator „PAUL“ wie auch den geriatrischen Simulator GERDA kennen.
Gespräche mit der Projektpatin und Initiatorin, dem Stiftungsvorstand der Helga Schulz-Zöller Stiftung, der Geschäftsführung, dem Projektteam wie den Instruktoren an den verschiedenen Stationen der Erlebnisführung rundeten die Einweihung ab und machten die Teilnehmenden vertraut mit den Welten und Abläufen eines regionalen Gesamtversorgers wie dem KMB.
Text/Bild: Petra Geiger

