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Minimal-invasive Chirurgie

In der besonders Patienten-schonenden Behandlung durch minimal-invasive Methoden decken wir folgende Bereiche ab:

Bauchspiegelung
Minimal-invasive/Laparoskopische Chirurgie

Allgemeines

Minimal-invasiv heißt auch laparoskopische oder Schlüsselloch-Chirurgie.

Viele wissenschaftliche Studien haben bewiesen, welche Vorteile minimal-invasive Chirurgie gegenüber offenen Operationen hat:

  • Die Schmerzen nach der Operation klingen schneller ab.
  • Die Wundheilung ist schneller.
  • Krankenhausaufenthalt und Arbeitsunfähigkeit sind kürzer.

Indikationsstellung

Operationen können minimal-invasiv in nachfolgenden Bereichen oder Organen durchgeführt werden:

Bauchwandbrüche

Leistenbrüche

Gallenblase

Blinddarm

Magen

Dickdarm

Mastdarm

Darmverschluss durch Verwachsungen

Durchführung

Die Operation erfolgt in Vollnarkose. Operationsinstrumente werden über mehrere 5 bis 12 mm große Schnittlöcher in die Bauchhöhle eingebracht. Die Sicht auf das Operationsgeschehen erfolgt durch eine Video-Laparoskopie.

Die Bauchhaut wird am Nabel eingeschnitten. Anschließend leitet man über eine spezielle Nadel CO₂-Gas in die Bauchhöhle. Auf diese Weise entsteht ein Gaspolster zwischen Organen und Bauchwand.

Verbleibende Gasreste werden nach der Operation durch die Lunge ausgeatmet.

Anschließend wird die Bauchwand mit einem sogenannten Trokar, einer Metallhülse mit einem spitzen entfernbaren Inlay, unter dem Schutz des Gaspolsters vorsichtig durchstoßen.

Das Laparoskop (optische Quelle) wird in den Bauchraum vorgeschoben. Auf dem Laparoskop sitzt am hinteren Ende eine kleine HD-Kamera, die das Bauchinnere aufnimmt und auf den Bildschirm überträgt.

So wird das Bild des Körperinneren für den Operateur und sein Team sichtbar. Zusätzliche Operationswerkzeuge werden durch weitere Trokare in den Bauchraum geführt.

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Leistenbruch / Leistenhernie – TAPP

Allgemeines

  • Leistenhernien sind die häufigsten Brüche beim Menschen.
  • Jeder vierte Mann entwickelt im Lauf seines Lebens eine Leistenhernie.
  • Der Leistenbruch fällt normalerweise durch eine tastbare und sichtbare Beule in der Leistengegend auf.
  • Skrotalhernie: Sonderform des Leistenbruchs ist der Hodenbruch. Der Bruch zieht sich in diesem Fall bis in den Hodensack.
  • Drückt der Darm durch die Bruchpforte, kann die Darmschlinge eingeklemmt und nicht mehr ausreichend durchblutet werden. Dies ist ein absoluter Notfall und muss dann schnell operiert werden.
Mögliche Bruchpforten in der Leistenregion werden dargestellt

Operationsverfahren

Offene Chirurgie

  • Hernioplastik nach Shoudice (offen mit Nahtrekonstruktion)
  • Hernioplastik nach Lichtenstein (offen mit Netzrekonstruktion)
    (Genaue Beschreibungen finden Sie in den Leistungsschwerpunkten unter dem Teilpunkt „Konventionelle Chirurgie“)

 

Minimal-invasive/Laporoskopische Chirurgie

  • TAPP (Transabdominelle Patch Plastik)
  • TEP (Total Extraperitoneale Patch Plastik)

Indikationsstellung

Nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft in Bezug auf den Patientenkomfort (Schmerzen nach der Operation, chronischer Leistenschmerz, schnelle Belastbarkeit) sind die laparoskopischen (minimal-invasiven) Techniken von TAPP und TEP allen anderen Techniken überlegen.

Dennoch wird diejenige Methode bevorzugt, die zum Krankheitsbild und der Verfassung des Patienten am besten passt.

Durchführung

Die minimal-invasive Chirurgie TAPP (Transabdominelle Patch Plastik):

Transabdominell bedeutet „durch die Bauchhöhle“.

Zunächst wird das Bauchfell von innen eröffnet. Durch diese Öffnung bekommt der Chirurg eine gute Übersicht über die Organe des Bauchraumes und kann eventuell zusätzlich notwendige Operationen durchführen. Am Ende der Operation wird nach der Positionierung des Netzes das Bauchfell wieder verschlossen.  Als Netze können leichtgewichtige Kunststoffnetze aus Polypropylen verwendet werden (Video TAPP).

Die minimal-invasive Chirurgie TEP (Total Extraperitoneale Patch Plastik):

Extraperitoneal bedeutet „außerhalb der Bauchhöhle“.

Bei der TEP-Technik wird die Bauchhöhle nicht eröffnet. Gibt es durch Voroperationen Verwachsungen an der Bauchdecke, ist diese Technik nicht so geeignet.
Auch bei dieser Technik wird ein Netz in dieselbe Schicht der Bauchdecke eingelegt wie bei der TAPP-Technik.

  • Bei korrekter Durchführung und mit Erfahrung sind beide Verfahren gleichwertig mit guten Ergebnissen.

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Vor- und Nachteile minimal-invasiver Operationsverfahren

Vorteile:

Geringere Schmerzen wegen absoluter Spannungsfreiheit der Technik

Schnellere Genesung und frühe Belastbarkeit (10Tage)

geringerer Grad an chronischen Leistenschmerzen

Weniger Wundkomplikationen oder Netzinfekte

Mit der laparoskopischen Operation kann die gesamte Bauchhöhle schnell und sicher beurteilt werden

Nachteile:

Umwandlung in eine Bauchoperation bei der TAPP

Gallenblasensteine

Allgemeines

  • Die Gallenblase ist ein birnenförmiges Hohlorgan, die sich im rechten Oberbauch dicht unterhalb der Leber befindet. Sie dient der Speicherung und Eindickung von Gallenflüssigkeit, die in der Leber produziert wird.
  • Ursache des Gallensteinleidens ist eine erblich bedingte Fehlzusammensetzung der von der Leber gebildeten Gallenflüssigkeit. Hierbei kann es beim Eindicken der Gallenflüssigkeit zum Ausfall von Kristallen kommen. So kann eine Steinbildung zustande kommen.
  • 15 – 20% der Bevölkerung sind davon betroffen.
  • Bei etwa ¼ der Gallensteinträger führen die Steine zu schmerzhaften Beschwerden.
  • Symptome: Reichen von „Unwohlsein“ nach dem Essen, über Druck und Völlegefühl im Oberbauch bis zu heftigem Druckschmerz im Oberbauch bei akuter Entzündung der Gallenblase.

Alarmzeichen sind Gelbfärbung der Haut und Entfärbung des Stuhlganges bei gleichzeitigem Auftreten von bierbraunem Urin und Koliken.

Ist eine Gallenblase entzündet besteht die Gefahr einer Gelbsucht oder Bauchspeicheldrüsenentzündung.

  • Diagnose der Gallensteine erfolgt durch Sonographie, bei Auffälligkeiten auch Kernspintomographie (MRCP), Endosonographie (Ultraschall über die Magenspiegelung) oder Röntgenuntersuchung des Hauptgallenganges (ERCP).

Operationsverfahren

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Gallenblasensteine zu behandeln:

Operative Entfernung der Gallenblase (Laparoskopische Cholezystektomie): 98 % der Gallenblasenentfernungen werden auf laparoskopischem (minimal-invasivem) Wege durchgeführt.

In manchen Fällen muss von der laparoskopischen Methode auf eine offene Operation umgestiegen werden.

Indikationsstellung

Operatives Entfernen der Gallenblase, da sich Alternativen wie Steinzertrümmerung, Auflösen mit Tabletten oder operative Entfernung der Steine nicht bewährt haben.

Durchführung mit der laparoskopischen Methode

Die Operation erfolgt in Vollnarkose. Operationsinstrumente werden über mehrere 5 bis 12 mm große Schnittlöcher in die Bauchhöhle eingebracht. Die Sicht auf das Operationsgeschehen erfolgt durch eine Video-Laparoskopie.

  1. Die Bauchhaut wird am Nabel eingeschnitten. Anschließend leitet man über eine spezielle Nadel CO₂-Gas in die Bauchhöhle. Auf diese Weise entsteht ein Gaspolster zwischen Organen und Bauchwand.
  2. Anschließend wird die Bauchwand mit einem sogenannten Trokar, einer Metallhülse mit einem spitzen entfernbaren Inlay, unter dem Schutz des Gaspolsters vorsichtig durchstoßen.
  3. Das Laparoskop (optische Quelle) wird in den Bauchraum vorgeschoben. Auf dem Laparoskop sitzt am hinteren Ende eine kleine HD-Kamera, die das Bauchinnere aufnimmt und auf den Bildschirm überträgt.
  4. So wird das Bild des Körperinneren für den Operateur und sein Team sichtbar. Zusätzliche Operationswerkzeuge werden durch weitere Trokare in den Bauchraum geführt.
  5. Im Video sehen Sie die Präparation der Strukturen die durchtrennt werden müssen, um die Gallenblase aus dem Bauch zu entfernen.

Verbleibende Gase in der Bauchhöhle werden nach der Operation durch die Lunge ausgeatmet.

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Vor- und Nachteile der laparoskopischen Gallenblasenentfernung

Vorteile:

  • Geringere Schmerzen
  • Schnellere Genesung nach der Operation
  • Eine geringere Komplikationsrate
  • Weniger Wundkomplikationen
  • Sehr gutes kosmetisches Ergebnis
  • Mit der laparoskopischen Operation kann die gesamte Bauchhöhle
     schnell und sicher beurteilt werden

Nachteile:

  • keine

Blinddarmentzündung / Appendicitis

Allgemeines

  • Entzündung des Wurmfortsatzes (Appendix), der sich am Ende des Blinddarmes befindet. Daher kommt der medizinische Begriff der „Appendicitis“.
  • Die Appendicitis zählt zu den häufigsten akuten Erkrankungen des Bauchraumes und muss schnell behandelt werden.
  • Die Ursache liegt meistens in der Verstopfung des Übergangs von Blinddarm (Coecum) zu Wurmfortsatz. Wenn das Sekret nicht mehr aus dem Wurmfortsatz abfließen kann, entsteht ein Sekretstau, der zur Entzündung führt.
  • Symptome: Beginn der Schmerzen im Oberbauch, nach wenigen Stunden wandern die Schmerzen in den rechten Unterbauch, Druckschmerzen im rechten Unterbauch, leicht erhöhte Temperatur und Übelkeit.
Grafische Darstellung des Appendix

Operationsverfahren

In unserer Klinik wird der entzündete Wurmfortsatz nahezu ausschließlich laparoskopisch (minimal-invasiv) entfernt.

Indikationsstellung

  • Bei Kindern und älteren Menschen ist das Risiko für einen komplizierten Verlauf erhöht.
  • Nicht selten kann die Appendicitis allerdings auch sehr verschleiert und atypisch verlaufen, so dass die Diagnose verschleppt und die notwendige Operation verzögert wird.
    Der entzündete Wurmfortsatz kann durchbrechen und einen Abszess oder eine schwere Bauchfellentzündung verursachen, so dass die Operation möglicherweise dann erschwert ist und ein lebensbedrohlicher Zustand entstehen kann.
Foto eines entzündeten Blinddarmes

Durchführung mit der laparoskopischen Methode

Die Operation erfolgt in Vollnarkose. Operationsinstrumente werden über mehrere 5 bis 12 mm große Schnittlöcher in die Bauchhöhle eingebracht. Die Sicht auf das Operationsgeschehen erfolgt durch eine Video-Laparoskopie. 

  1. Die Bauchhaut wird am Nabel eingeschnitten. Anschließend leitet man über eine spezielle Nadel CO₂-Gas in die Bauchhöhle. Auf diese Weise entsteht ein Gaspolster zwischen Organen und Bauchwand.
  2. Anschließend wird die Bauchwand mit einem sogenannten Trokar, einer Metallhülse mit einem spitzen entfernbaren Inlay, unter dem Schutz des Gaspolsters vorsichtig durchstoßen.
  3. Das Laparoskop (optische Quelle) wird in den Bauchraum vorgeschoben. Auf dem Laparoskop sitzt am hinteren Ende eine kleine HD-Kamera, die das Bauchinnere aufnimmt und auf den Bildschirm überträgt.
  4. So wird das Bild des Körperinneren für den Operateur und sein Team sichtbar. Zusätzliche Operationswerkzeuge werden durch weitere Trokare in den Bauchraum geführt.
  5. Durch ein schlankes Klammernahtgerät (Endo GIA) wird der entzündete Wurmfortsatz am Übergang zum Blindarm abgetragen und aus der Bauchhöhle entfernt.

Verbleibende Gase in der Bauchhöhle werden nach der Operation durch die Lunge ausgeatmet.

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Vor- und Nachteile der laparoskopischen Chirurgie

Vorteile

Geringere Schmerzen

Schnellere Genesung nach der Operation

Eine geringere Komplikationsrate

Sehr gutes kosmetische Ergebnis

Mit der laparoskopischen Operation kann die gesamte Bauchhöhle schnell und sicher beurteilt werden

Nachteile

Durch den sinnvollen Einsatz von Klammergeräten zum Absetzen des Wurmfortsatzes am eigentlichen Blinddarm ist die laparoskopische Operation etwas teurer.

Refluxkrankheit / Fundoplikatio

Allgemeines

  • Von einer Refluxkrankheit spricht man, wenn saurer Magensaft häufig in die Speiseröhre zurückfließt.
  • Der Verschlussmechanismus zwischen Magen und Speiseröhre ist gestört. Es kommt besonders während der Nacht im Liegen zum Aufstoßen von Magensaft (Sodbrennen), teilweise bis zum Kehlkopf und in die Luftröhre.
  • Die Speiseröhre kann sich durch das wiederkehrende Aufstoßen verändern im Sinne einer Speiseröhrenschleimhautentzündung.
  • Die folgenden Untersuchungen können Klarheit über das Ausmaß der Erkrankung bringen:
    – Magenspiegelung mit Probenentnahmen
    – Kontrastmitteluntersuchung in der Speiseröhre (MDP)
    – Säuremessung in der Speiseröhre (24-Stunden-ph-Metrie)
    – Speiseröhrendruckmessung zum Ausschluss von Bewegungsstörungen

Operationsverfahren

Die sogenannte Fundoplikatio ist ein laparoskopisches Operationsverfahren, bei dem der Übergang von Speiseröhre zu Magen eingeengt wird.

Indikationsstellung

Die Therapie der Wahl bei Refluxerkrankung ist die Einnahme von Säureblockern (PPI = Protonenpumpeninhibitoren), die dafür sorgen, dass der Reflux nicht mehr sauer ist.

Hilft der Säureblocker nicht oder ist die Erkrankung zu weit fortgeschritten, gibt es die Möglichkeit einer Operation.

Durchführung

Bei der operativen Therapie wird auf laparoskopischem Wege der Übergang zwischen Magen und Speiseröhre anatomisch präpariert. Die Zwerchfellschenkel werden durch eine oder mehrere Näht verengt, gegebenenfalls mit einem Kunststoffnetz gesichert und der Magen wird manschettenförmig um die Speiseröhre herumgelegt und dahinter vernäht. Je voller der Magen dann ist, umso weniger können Nahrungsreste in die Speiseröhre zurück, da ein Ventilmechanismus entsteht. Der Reflux ist beseitigt.

Dickdarmerkrankungen

Allgemeines

  • Der Dickdarm beim gesunden Erwachsenen misst ca. 150 – 200 cm.
  • Während im Dünndarm die Nahrung in ihre Bestandteile zersetzt und wichtige Inhaltsstoffe in Blut und Lymphe aufgenommen werden, wird im Dickdarm dem Speisebrei Flüssigkeit und Elektrolyte entzogen.
  • Im Verlauf des Dickdarmes wird der Speisebrei hierbei regelrecht abgepresst und der Stuhl damit im Verlauf immer fester.
  • Im Krummdarm (Sigma), dem letzten Stück des Dickdarms, besteht eine regelrechte Hochdruckzone. Im Mastdarm, dem Stuhlspeicher, wird der Stuhl eingelagert, bis uns erhöhte Druckverhältnisse signalisieren die Toilette aufzusuchen.

Man unterscheide zwei bedeutende Krankheitsbereiche beim Dickdarm:

Divertikulitis

Ausstülpungen der Darmschleimhaut durch Schwachstellen in der Darmwand.

Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom)

Dickdarmkrebs entwickelt sich in der Regel über viele Jahre aus Darmpolypen. Darmpolypen sind meist gutartige Vorwölbungen der Darmschleimhaut, die in den Hohlraum des Darms hineinragen. 

Divertikulitis

Operationen an Dickdarm und Mastdarm können aus verschiedensten Gründen durchgeführt werden. In aller Regel kommen verkürzende Maßnahmen in Frage, da ein Verlust von größeren Anteilen des Dickdarms vom Patienten gut verkraftet wird. Die häufigsten Gründe Teile des Dickdarmes zu entfernen sind Entzündungen oder bösartige Geschwulsterkrankungen.

Auf der schematischen Übersicht rechts zeigen die rot eingezeichneten Krankheitsbilder an, dass sie nicht operiert werden müssen.

Heftige Druckschmerzen in der Regel im linken Unterbauch mit Blähungsgefühl. Fast immer zeigt sich mäßiges Fieber. Bei Untersuchung des Blutes findet man häufig erhöhte Entzündungsparameter.

Mit einer Sonographie und einer Computertomographie kann die Ausdehnung der Entzündung festgestellt werden. Auch mögliche Begleitentzündungen außerhalb des Darmes im Bauchraum können hier festgestellt werden (z.B. Abszess oder ein gedeckter Durchbruch).
 Nachdem eine akute Entzündung abgeklungen ist, kann auch eine Darmspiegelung Aufschluss geben und wird, wenn möglich, vor einem operativen Eingriff durchgeführt. Damit können auch andere Darmerkrankungen ausgeschlossen werden.

Vorhandensein von Divertikeln am Dickdarm ohne Krankheitswert, keine Operation.

Divertikulitisschub ohne Komplikationen: hier erfolgt keine Operation, sondern in der Regel die stationäre Diagnostik und Behandlung mit Antibiotikagabe, Infusionstherapie und Nahrungskarenz; wird der Nahrungsaufbau nach Überstehen der Akutbeschwerden gut vertragen, kann der Patient entlassen werden.

Schubartig in kleineren oder größeren Intervallen wiederkehrende Entzündung, bei unkomplizierten Verläufen besteht keine Indikation zur Operation.
Mehrfache Entzündungen können zur Schrumpfung des Darmvolumens führen und es kann eine sogenannte Stenose (Darmenge) entstehen, bei Stuhlgangbeschwerden sollte operiert werden.
Im Verlauf können Fisteln in Harnblase oder Scheide entstehen (Stuhl und oder Windabgang aus Scheide / Blase, Blasenentzündungen), auch hier muss operiert werden. Ebenso bei wiederholter Blutung, die in einem Divertikel festgestellt wird.

1. Freier Durchbruch eines Divertikels in die offene Bauchhöhle mit Austritt von Darmgas und Kot, es besteht eine absolute Notfallsituation.
Nachdem die Diagnose gestellt ist, muss sofort operiert werden. In der Regel erfolgt die Operation mittels eines Bauchschnittes, wegen der ausgedehnten Bauchfellentzündung mit Entfernung des Krummdarmes, Blindverschluss des Mast-darmes und Anlage eines künstlichen Dickdarmausganges. Ein solcher Befund ist lebensbedrohlich.
Übersteht der Patient die Erkrankung, wird der Darm nach einem halben Jahr in aller Regel wieder an den Mastdarm angeschlossen.

2. Durch Bauchfett, anderen Darm oder Harnblase gedeckter Durchbruch eines Divertikels mit oder ohne Abszessbildung im Bauchraum. Hier wird man je nach Verlauf des Krankheitsbildes konservativ behandelt, ggf. der Abszess durch Punktion im CT abgeleitet.

Dickdarmkrebs

  • Die Beschwerden bei Dickdarmkrebs können sehr unterschiedlich sein. Teilweise haben Patienten mit bereits fortgeschrittener Krebserkrankung relativ wenig Beschwerden.
  • Ein erstes Warnsignal könnten Veränderungen der Stuhlgewohnheiten sein.
  • Schleim- und sichtbare Blutabgänge, sowie starke Blähungen, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme können weitere Anzeichen sein.
  • Menschen, bei denen der Stuhl regelmäßig dünn, lang oder bandnudelartig ist, sollten sich untersuchen lassen. Hier kann es sein, dass die Ausscheidungen durch Polypen, Verwachsungen oder aufgrund eines Tumors im Darm zu wenig Platz haben.
  • Vorsorge und Früherkennung kommt die allerwichtigste Rolle beim Erkennen von Darmkrebs zu.
  • Die Diagnose erfolgt durch eine Probenentnahme bei der Darmspiegelung. Sie muss bis zum Dünndarm erfolgen, da in ca. 5% der Fälle mehrere Tumore vorliegen.
  • Staging: Ist diagnostisch ein Krebs festgestellt, so wird durch eine CT-Untersuchung des Rumpfes und Ultraschalluntersuchung untersucht, wie sehr sich das Geschwulst ausgebreitet hat.

Operationsverfahren

Es kommen sowohl offene als auch laparoskopische Verfahren zum Einsatz.

Durchführung

Der Darmabschnitt mit den Tumoren wird komplett entfernt. Dabei werden auch die lokalen Lymphknoten mitgenommen. Damit die Lymphknoten mit entfernt werden können, muss das arterielle Gefäß, das den Darm versorgt, an seinem Ursprung durchtrennt werden. Dadurch kann ein größeres Stück Darm nicht mehr mit Blut versorgt werden und etwa 20 – 50 cm Darm mit samt dem Tumor entfernt. Anschließend werden die jeweiligen Darmenden mittels Handnaht oder einem Klammernahtgerät aneinander angeschlossen (Anastomose).
In Falle der „Entfernung des rechten Dickdarmes“ werden Dünndarm und Dickdarm aneinander genäht, in allen anderen Fällen Dickdarm an Dickdarm.

IPOM / Intra-Peritoneale-Onlay-Mesh-Technik

Allgemeines

Diese Technik ist ein laparoskopisches Operationsverfahren, um Bauchwandbrüche zu versorgen.

Indikationsstellung

Das Operationsverfahren findet vor allem bei kleineren oder vielen kleinen Bruchlücken (Siebbruch) in einer Narbe Anwendung.

Auf dem Foto ist ein beschichtetes Netz mit Clips zu sehen.

Durchführung

Seitlich in der Flanke des Bauchraumes werden in der Regel drei Trokare eingebracht. Ein Trokar ist ein medizinisches Instrument, mit dem Zugänge zu einer Körperhöhle geschaffen werden.

Bei Narbenbrüchen müssen hierbei zunächst Verwachsungen des Darmes zur Bauchwand gelöst werden. Die eigentliche Lücke in der Bauchwand wird dann von innen mit einem sehr großen und beschichteten Netz überdeckt. Die Beschichtung, die diese Netze sehr teuer macht, sorgt dafür, dass der Darm später am Netz nicht verwächst. Das Netz wird von innen mit Ecknähten durch die Bauchwand hindurch und zusätzlich mit Clips, die sich später auflösen, in der Bauchwand fixiert.

Auf diesem Bild sieht man ein beschichtetes Netz mit Clips, die zur Befestigung angebracht wurden.

Brüche am künstlichen Darmausgang / Parastomale Hernien

Allgemeines

  • Nach Anlage eines künstlichen Dickdarmausgangs kann es zu Brüchen kommen. Es ist eine der häufigsten Komplikationen bei einem künstlichen Darmausgang.
  • Ursache: Durch die Schwächung der Bauchwand durch den durchtretenden Darm kann sich die Bauchwand erweitern und eine Bruchbildung erfolgen.
    Anderer Bauchinhalt kann in die Lücke hineintreten.

Operationsverfahren

Wenn möglich mit einem minimal-invasivem (laparoskopischem) Verfahren.

Durchführung

Verwachsungen werden gelöst, insbesondere auch die Verwachsungen des Darmes im Bruchsack selbst. Schließlich wird die Bruchlücke eingeengt und die Bauchwand von innen mit einem Kunststoffnetz verstärkt. Das Netz wird dabei rundlich eingeschnitten und um den Darm, der zur Haut führt, eng herumgelegt und mit Clips fixiert. Durch ein zweites Netz wird der in die Bauchwand eintretende Darm seitlich an die Bauchwand gedrückt. Der Darm verläuft dann ein Stück parallel zur Bauchwand wie durch einen Tunnel an der Bauchwand entlang und verwächst dort. Er kann dann nicht mehr von unten in das Stoma hineindrücken.

Konventionelle Hernienchirurgie

In unserer Abteilung führen wir auch offene Hernienchirurgien durch. Folgende Erkrankungen decken wir ab:

Bauchwandbrüche / Bauchwandhernien

Allgemeines

Bei einer Bauchwandhernie handelt es sich um eine Öffnung oder eine Schwachstelle in der Bauchwand, durch das Bauchfell als Vorwölbung austritt.
Als Bruchinhalt kann z. B. Bauchfett oder Darm hineintreten.

Je nach Lage der Brüche werden sie verschieden benannt. Tritt ein Bruch zum Beispiel an der Leiste auf, spricht man von einer Leistenhernie. Gibt es einen Durchtritt an Nabel, spricht man von einer Nabelhernie.

Eine Bauchwandhernie findet sich häufig in der Mittellinie am Bauch.

Operationsverfahren

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Bauchwandbrüche zu behandeln:

Einfacher Nahtverschluss

Präperitoneale Netzimplantation

Offenes IPOM (Intraperitoneales Onlay-Mesh)

Onlay Mesh

Sublay Mesh

Indikationsstellung

Nabelbrüche treten im Nabelbereich auf. In unserer Klinik werden erworbene Nabelbrüche Erwachsener operativ versorgt.
Angeborene Nabelbrüche werden bei Notwendigkeit durch den Kinderchirurgen versorgt.

Epigastrische Hernien sind Brüche zwischen dem Brustbein und dem Nabel.

Narbenhernien sind Brüche in Bereichen, in denen ein chirurgischer Einschnitt in die Bauchwand vorgenommen wurde.

Durchführung

Einfacher Nahtverschluss

Bei einem Nabelbruch oder einem epigastrischen Bruch, die kleiner als 1 cm sind, genügt ein einfacher Nahtverschluss.

Präperitoneale Netzimplantation

Verstärkung der Bauchwand durch eine Netzimplantation zwischen der tragenden Bauchwand und dem Bauchfell. Die Bruchlücke über dem Netz wird mit einer Naht verschlossen. Das Netz liegt außerhalb des Bauchraumes.

Offenes IPOM (intraperitoneales Onlay Mesh)

Eine laparoskopische Methode (Schlüsselloch-Technik) zur Versorgung von Bauchwandbrüchen. Bei Narbenbrüchen werden zuwächst Verwachsungen des Darmes zur Bauchwand gelöst werden. Die eigentliche Lücke in der Bauchwand wird dann von innen mit einem großen und beschichteten Netz überdeckt. Die Beschichtung, die diese Netze sehr teuer macht, sorgt dafür, dass der Darm später am Netz nicht verwächst. Das Netz wird von innen mit Ecknähten durch die Bauchwand hindurch und zusätzlich mit Clips, die sich später auflösen, in der Bauchwand fixiert.

Onlay Mesh

Hier wird das Netz nicht von innen auf die Bauchwand aufgebracht, sondern von außen. Zunächst wird festgestellt, wo genau sich die Bruchränder befinden. Anschließend wird der Bruch verschlossen und die Bauchwand wird durch ein von außen aufgenähtes Netz verstärkt. Das Netz sollte die gesunde Bauchwand mindestens um fünf Zentimeter überlappen.

Sublay Mesh

Die Sublay-Mesh-Technik ist das Standard-Verfahren in unserem Krankenhaus, wenn größere Narbenbrüche der Mittellinie der Bauchwand versorgt werden.

Das hintere Bindegewebsblatt des geraden Bauchmuskel wird mit einer Naht verschlossen. Das Netz wird hinter die geraden Bauchmuskeln auf die hintere Bindegewebsplatte glatt aufgelegt. Auf das Netz werden Saugdrainagen eingebracht. Anschließend das vordere Bindegewebsblatt vor dem Rektusmuskel mit einer Naht verschlossen. In die Unterhaut werden ebenfalls Saugdrainagen eingelegt und die Haut verschlossen. Die Bauchwandschichten schließen das Netz wie ein Sandwich ein.

Nachsorge

Was ist zu beachten?

Je nach Technik für bis zu 6 Wochen Schonung.

Narbenbrüche / Narbenhernien

Allgemeines

Narbenhernien sind Brüche in Bereichen, in denen ein chirurgischer Einschnitt in die Bauchwand vorgenommen wurde.
Narbenhernien können Monate oder Jahre nach einer Bauchoperation entstehen. Häufig ist eine Vorwölbung an der Narbe sichtbar.

Operationsverfahren

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Narbenhernien zu behandeln:

Laparoskopische Methode (IPOM, d.h. intraperitoneales Onlay Mesh)
Wird verwendet bei Brüchen abseits der Mittellinie

Offene Methode:
Bei sehr großen Brüchen wird eine Bauchwandverstärkung in Sublay-Technik durchgeführt.

Indikationsstellung

Der Narbenbruch wird im Laufe der Jahre größer und ist dann operativ aufwändiger zu versorgen. Auch könnten sich Darmschlingen einklemmen und verletzt werden.
Deshalb sollten Narbenbrüche grundsätzlich operativ versorgt werden.

Durchführung der Sublay-Mesh-Methode

Die Sublay-Mesh-Technik ist das Standard-Verfahren in unserem Krankenhaus, wenn größere Narbenbrüche der Mittellinie der Bauchwand versorgt werden.

Bei einer offenen Versorgung wird zunächst über die alte Narbe eröffnet. Unter Umständen werden zunächst die Verwachsungen gelöst. Anschließend wird das hintere Bindegewebsblatt mit einer Naht verschlossen. Ein Kunststoffnetz wird hinter die geraden Bauchmuskeln auf die hintere Bindegewebsplatte glatt eingelegt. Auf das Netz werden Saugdrainagen eingebracht. Anschließend das vordere Bindegewebsblatt mit einer Naht verschlossen. In die Unterhaut werden ebenfalls Saugdrainagen eingelegt und die Haut verschlossen. Die Bauchwandschichten schließen das Netz wie ein Sandwich ein.

Kann das vordere Bindegewebsblatt wegen auftretender Spannung nicht geschlossen werden, wird seitlich der schräge äußere Bauchmuskel abpräpariert und unterminiert, um dadurch die Bauchdecke zu entspannen.

Nachsorge

Schonung für 6 Wochen und postoperative ambulante Kontrollen.

Lichtenstein-Operation bei Leistenbrüchen

Allgemeines

Die Lichtenstein-Operation ist ein offenes Operationsverfahren zur chirurgischen Therapie von Leistenbrüchen.

Operationsverfahren

Grundsätzlich kann die Operation in örtlicher Betäubung, in Regionalanästhesie und in allgemeiner Vollnarkose erfolgen.

Es handelt sich um ein offenes Operationsverfahren mit Verstärkung der Hinterwand des Leistenkanales durch Implantation eines Kunststoffnetzes, um die Faszien und die Muskulatur in der Leistenregion zu verstärken.

Indikationsstellung

Das Verfahren nach Lichtenstein empfiehlt sich bei ausgewachsenen Patienten und gilt als konventionelles Standardverfahren.

Es wird bei uns vor allem bei Patienten angewendet, wenn diese im Unterbauch komplex voroperiert sind und damit im Unterbauch verwachsen sein könnten. Hierbei sind laparoskopische Verfahren nur mit erhöhtem Operationsrisiko einzusetzen.

Dennoch wird diejenige Methode bevorzugt, die zum Krankheitsbild und der Verfassung des Patienten am besten passt.

Durchführung

1) Der Zugang zur Leistenmuskulatur und dem inneren Leistenring erfolgt entweder über einen Schrägschnitt oder in über einen querverlaufenden Hautschnitt.

2) Die Schrittlänge hängt ab von der Größe des Bruches und dem Gewicht des Patienten und beträgt zwischen 8 cm und max. 13 cm.

3) Das Fettgewebe und eine dünne Bindegewebsstruktur werden durchtrennt.

4) Der so genannte Bruchsack wird aufgesucht und präpariert.

5) Die Versorgung des Bruchsackes erfolgt je nach Bruchtyp. Bei Leistenbrüchen gibt es zwei unterschiedliche Bruchtypen (direkt / indirekt).

6) Die Hinterwand des Leistenkanales wird durch die Netzimplantation verstärkt. Das Implantat wird dabei fortlaufend, mit nicht auflösbares Nahtmaterial, am Leistenband fixiert. Die Nahtreihe beginnt an der Knochenhaut des Schambeines und endet weit seitlich hinter dem Durchtritt des Samenstranges durch die Bauchdecke. Seitlich wird das Netz eingeschnitten, die dadurch entstehenden Flügel werden, den Samenstrang umschließend, mit Aussparung eines genügend großen Durchtrittes, dahinter vernäht. Danach wird die äußerste Bindegewebsschicht über dem Netz und Samenstrang verschlossen.

Ebenso werden die obere Fettschicht und die Haut mit Nähten verschlossen.

Nachsorge, Vor- und Nachteile

Nachsorge

Strenge Schonung bis zur Wundheilung (10 Tage), 6 Wochen körperliche Schonung

Vor- und Nachteile gegenüber dem Shouldice-Verfahren

Die offene Implantation eines Kunststoffnetzes birgt ein höheres Infektionsrisiko.
Mit der Netzimplantation sinkt aber das Risiko der erneuten Bruchbildung von etwa 12 % auf 3-4 %.

Shouldice-Operation bei Leistenbrüchen

Allgemeines

Die offene Shouldice-Operation ist eine Therapieoption bei der Versorgung von Leistenbrüchen.

Indikationsstellung

  • Technik wird bei Patienten eingesetzt, die sich gegen die Implantation eines Kunststoffnetzes entscheiden.
  • Technik wird verwendet bei Jugendlichen in der Wachstumsphase, da Kunststoffnetze nicht mitwachsen.

Operationsverfahren

Bei der Operation nach Shouldice wird die innerste Schicht der Bauchwand, die die Hinterwand des Leistenkanales bildet, gedoppelt.

 

 

Nachsorge, Vor- und Nachteile

Nachsorge

Schonung für 6 Wochen (dreimal länger als bei minimal invasiver Technik).

Nachteile gegenüber der Lichtenstein-Operation

  • Wiederholungsbrüche in bis zu 11 % der Fälle
  • kein spannungsfreier Verschluss der Bruchlücke

Schilddrüsenchirurgie

In unserem Fachbereich bieten wir Schilddrüsenchirurgie an. Diese beinhaltet das Neuromonitoring des Stimmbandnerves während der Operation.

Ausführliche Informationen zu Schilddrüsenerkrankungen und Behandlungsmöglichkeiten finden Sie hier:

Schilddrüsenerkrankungen

Allgemeines

  • Lage von Schilddrüse und Nebenschilddrüsen:
    Das kleine schmetterlingsförmige Organ liegt am Hals. Es besteht aus zwei Lappen rechts und links der Luftröhre. Diese sind durch eine Gewebsbrücke vor der Luftröhre miteinander verbunden.
  • Funktion von Schilddrüse und Nebenschilddrüse:
    Die Schilddrüse hat durch die Produktion der Schilddrüsenhormone eine lebenswichtige Funktion. Schilddrüsenhormone beeinflussen den Stoffwechsel und die Funktionstüchtigkeit beinahe aller Organe.
    Die Nebenschilddrüsen sind für die Regulierung des Kalziumhaushaltes unerlässlich.
  • Krankheiten der Schilddrüse können sein:
    • Knotenbildungen in der Schilddrüse
    • Überfunktion (Hyperthyreose): Symptome sind beschleunigter Puls, Schwitzen, Gewichtsverlust und Nervosität
    • Unterfunktion (Hypothyreose): Symptome sind Konzentrationsschwäche, Pulsverlangsamung, Übergewicht, Lethargie, trockene Haut
  • Wichtigste Diagnoseverfahren sind:
    • Blutuntersuchung
    • Ultraschall des Halses
    • Szintigraphie (durch einen Nuklearmediziner)
    • Schilddrüsenpunktion (wird im Klinikum Mittelbaden nicht durchgeführt)
  • Schilddrüsenerkrankungen sind ausgesprochen häufig und können in jedem Lebensalter auftreten.

Operationsverfahren

Qualitätskriterien für die Schilddrüsenoperation sind einerseits ein kosmetisch gutes Ergebnis und andererseits eine komplikationsfreie Operation.

Da eine mögliche Komplikation die Verletzung des Stimmbandnerves ist, gibt es das sogenannte „Neuromonitoring“ während der Operation.

Indikationsstellung

Zunächst untersucht der Hausarzt über eine Blutentnahme das TSH (ein Hormon, das die Schilddrüse steuert). Sind die Blutwerte nicht in Ordnung oder finden sich Knotenbildungen, wird eine Ultraschalluntersuchung und eine Schilddrüsenszintigraphie angefertigt.

Die weitere Deutung wird in der Regel durch den Endokrinologen (Drüsenarzt) erfolgen.

Durchführung 

Neuromonitoring

Da der Stimmbandnerv dicht hinter der Schilddrüse verläuft, birgt eine Schilddrüsenoperation das Risiko einer Verletzung des Stimmnervs. Durch eine Lähmung des Stimmnervs kann es zu einer permanenten Heiserkeit kommen. Werden Nerven beidseitig verletzt, kann der Patient danach nur noch erschwert atmen und sprechen.

Das Neuromonitoring der Stimmbandnerven funktioniert so:
Während der Operation sind am Tubus zur Beatmung spezielle Elektroden angebracht, die am Stimmband die elektrische Aktivität aufnehmen. Mit einer anderen Elektrode kann der Chirurg während der Operation den Nerv aufsuchen. Liegt die Elektrode tatsächlich am Vagusnerv oder dem Stimmband an, erzeugt das Gerät ein akustisches Signal und die Impulsleitung der Erregungskurve des Nerves wird am Gerät als Kurven sichtbar. Dadurch kann der Nerv bei der Operation sicherer dargestellt und geschont werden.

Operation an der Schilddrüse wegen Tumoren

Regelhaft wird die Schilddrüse meist komplett entfernt werden. Im Anschluss wird eine Radiojodtherapie durchgeführt. Diese tötet etwa noch verbliebene Tumorzellen durch Bindung radioaktiven Jods an die Tumorzellen ab.

Operationen bei Nebenschilddrüsenüberfunktion

Die übermäßige Funktion einer Nebenschilddrüse führt zu erhöhten Werten von Kalzium im Blut. Das „Herauswaschen“ von Kalzium aus den Knochen führt zu Knochenentkalkung und damit zu Gliederschmerzen, Magenschmerzen und Nierensteinen.
Bei dieser Operation stehen alle modernen Methoden wie Nervenneuromonitoring, Schnellschnittuntersuchung durch einen Pathologen und Bestimmung des Parathormonspiegels während der Operation zur Verfügung.

M. Basedow

M. Basedow ist eine Autoimmunerkrankung. Bei dieser Erkrankung werden Antikörper gegen die Zellmembrane der Schilddrüse gebildet. Es kann zu einer Kreuzreaktion mit dem Fettgewebe hinter dem Augapfel kommen. Dieses verursacht das häufige Symptom eines hervortretenden Augapfels. Dazu können Symptome wie Schilddrüsenvergrößerung und ein schneller Herzschlag kommen.
Therapeutisch wird zunächst die Schilddrüsenüberfunktion medikamentös eingestellt. Anschließend entfernt man die Schilddrüse operativ bis auf kleinste Reste. Nach der Operation nimmt man lebenslang Schilddrüsenhormone ein.

Onkologische Chirurgie

Im Bereich der Onkologie operieren wir folgende Erkrankungen:

Magentumoren

Dickdarmkrebs

Mastdarmkrebs

weitere onkologische Operationen

Ausführliche Erklärungen zu Krebstherapien bei Mastdarmkrebs finden Sie hier:

Krebstherapie am Mastdarm / Rektumkarzinom

Allgemeines

Die Entdeckung eines bösartigen Tumors ist zunächst für jeden Betroffenen ein Schrecken. Dank moderner Verfahren gibt es jedoch gute Heilungschancen. Wenn der Tumor vollständig entfernt werden kann, ist eine dauerhafte Heilung möglich.

Wo liegt der Mastdarm?

Der Mastdarm liegt tief verborgen im kleinen Becken und ist von einer fettreichen Hülle mit begrenzenden Hüllfaszien (Mesorektum) umgeben. Er reicht vom Schließmuskel (Sphinkterorgan) bis zum Übergang in den Krummdarm in einer Höhe von 16 cm ab dem Schließmuskel. Im Mastdarm verlaufen versorgende Blutgefäße mit Lymphknoten. Neben der umschließenden Hülle besteht dadurch ein enger Kontakt zu den Rändern des kleinen Beckens.

Operationsverfahren

Eine Operation erfolgt in der Regel laparoskopisch (minimal-invasive Schlüsselloch-Chirurgie).

 

 

Indikationsstellung

Es wird zusätzlich zum CT des Rumpfes (Staging) im Falle des Mastdarmkrebs zusätzlich eine Endosonographie und eine Kernspintomographie des Beckens durchgeführt, um ein sicheres Ergebnis zur Tumorausbreitung zu bekommen.

Dabei unterscheidet man verschiedene Tumorstadien:

  • Frühstadium: Tumore überschreiten nicht die Wand des Darmes und es liegen keine vergrößerten Lymphknoten im Fettzylinder um den Mastdarm vor. Diese Tumore können operiert werden.
  • Fortgeschrittene Tumore: Sie wachsen bereits in den Fettzylinder des Mastdarmes (Mesorektum) hinein oder es befinden sich vergrößerte Lymphknoten darin.

Diese Patienten werden vor einer Operation durch Strahlentherapie mit einer Chemotherapie behandelt. Möglich ist auch eine Vorbehandlung mit Kurzzeitbestrahlung. Anschließend erfolgt eine Operation.

Mastdarmresektion mit TME

TME ist die Abkürzung für „Totale Mesorektum Excision“, also die vollständige Entfernung des Fettzylinders, in dem der Mastdarm sich befindet. Mit diesem chirurgischen Eingriff kann die Wiederkehrrate des Tumors am selben Ort deutlich gesenkt werden.

Wichtig sind die Abstände zu den umgebenden Grenzschichten des Fettzylinders, zum Schließmuskel und der Tumorabstand zum Präparaterand (CRM= circumferential resection margin, d.h. die umlaufenden Grenzen des operativ entfernten Gewebeblocks in Bezug auf die Nachbarstrukturen).

  • Frühstadium: Tumore überschreiten die Wand des Darmes nicht und es liegen keine vergrößerten Lymphknoten im Fettzylinder vor. Diese Tumore können operiert werden.
  • Fortgeschrittene Tumore: Sie wachsen bereits in die Hüllfaszie (Mesorektum) hinein. Oder es befinden sich vergrößerte Lymphknoten darin.
    Diese Patienten werden vor einer Operation durch Strahlentherapie mit einer Chemotherapie behandelt. Möglich ist auch eine Vorbehandlung mit Kurzzeitbestrahlung. Anschließend erfolgt eine Operation.

Wichtig sind die Abstände zu den umgebenden Grenzschichten des Fettzylinders, zum Schließmuskel und der Tumorabstand zum Präparaterand (CRM= circumferential resection margin, d.h. die umlaufenden Grenzen des operativ entfernten Gewebeblocks in Bezug auf die Nachbarstrukturen).

Die Nähe vom Tumor zum Schließmuskel entscheidet über das weitere Vorgehen bei der Operation:

  • Beträgt der Abstand von Schließmuskel wenigstens 5 cm gelingt es in vielen Fällen den Dickdarm wieder an den Mastdarmstumpf anzuschließen.

Wächst der Tumor bereits in den Schließmuskel ein, so muss dieser bei der Operation mit entfernt werden. Ein dauerhaft künstlicher Darmausgang wird eingerichtet.

Nachsorge

Diese erfolgt nach dem Schema der S3 Leitlinie kolorektalen Karzinom. (Das Schema finden Sie im verlinkten PDF auf der Seite 54, Kapitel 14, Tabelle 5)

Proktologie

Im Bereich der Proktologie sind wir in folgenden Bereichen für Sie da:

Analekzem

Hämorrhoidalleiden

Marisken

Condylome

Analvenenthrombose

Analfissur

Kryptitis

Analabszess

Analfistel

Weitere Krankheitsbilder

Ausführliche Informationen zu Indikationsstellungen und Therapieverfahren finden Sie hier:

Proktologie

Allgemeines

Juckreiz, Blutungen und Schmerzen am After können zur Qual werden. Meist handelt es sich um gutartige Erkrankungen. Jedoch ist der Gang zum Proktologen für viele Menschen schambehaftet. Damit schlimmere Krankheiten nicht verschleppt werden, sollten Sie bei anhaltenden Symptomen einen Arzt aufsuchen.

Indikationsstellung und Therapieverfahren

Analabszess

Indikationsstellung

Ein Analabszess ist eine abgekapselte eitrige Entzündung im Bereich des Analkanals und muss in aller Regel operativ behandelt werden.
Symptome sind: Dumpfe heftige Schmerzen, möglicherweise Abgang von Blut oder Eiter aus dem Anus oder aus der Nachbarschaft, Fieber, erhöhte Entzündungswerte im Blut, Schwellung und Rötung am After.

Therapieverfahren

Die Therapie erfolgt operativ. Der Abszess wird entleert. Es erfolgt eine offene Wundbehandlung. Analfisteln werden entfernt. Gegebenenfalls ist eine Fadendrainage notwendig: Eine Fadendrainage ist eine minimalinvasive Methode, mit der ein Proktologe eine Analfistel entlasten und für eine weitere Behandlung vorbereiten kann. Hierdurch kann im Gegensatz zum konservativen chirurgischen Herausschneiden der Fistel das Risiko deutlich reduziert werden, dass der Schließmuskel nachhaltig geschädigt wird und beispielsweise eine Stuhlinkontinenz auftritt.

Analekzem

Indikationsstellung

Das Analekzem ist eine der häufigsten proktologischen Erkrankungen. Es ist keine richtige Krankheit, sondern eine Folgeerscheinung verschiedener dermatologischer, allergologischer, mikrobieller oder proktologischer Veränderungen. Die Symptome sind: Juckreiz, Brennen, Nässen.

Therapieverfahren

Die Diagnose und das Therapieverfahren werden in einem interdisziplinären Vorgang zwischen Proktologen und Dermatologen abgeklärt.

Analfistel

Indikationsstellung

Analfisteln sind unnatürliche Gänge, die sich zwischen dem Analkanal und der Haut um die Afteröffnung herum bilden.
Analfisteln treten meist als Folge eine Analabszesses auf, der sich über die Fistelgänge entleert.
Die Fistel kann sich aber auch fast unbemerkt entwickeln und deutet sich nur durch eine häufig verschmutzte Afterumgebung und eine meist verunreinigte Wäsche an.
Auch nach Operationen im After- oder Enddarmbereich kann es zum Auftreten dieser Fisteln kommen.

Therapieverfahren

Eine Therapie erfolgt operativ. Es wird eine Fadendrainage gelegt. Später erfolgt eine Fistelentfernung mit einer plastischen Deckung (Schleimhautlappenplastik). Möglich ist auch eine Fistelkralle.

Analfissur

Indikationsstellung

Allgemeine Ursache ist, dass die Haut des Analkanals einreißt. Dies kann bei der Passage von hartem Stuhl bei chronischen Verstopfungen geschehen, aber auch bei vermehrtem Drücken beim Stuhlgang.
Verliert die Haut des Analkanals ihre Elastizität, können Entzündungszustände auftreten, die zum Einreißen der Haut führt.

Therapieverfahren

Die Therapie besteht in der Stuhlregulierung. Dies kann mit entzündungshemmenden Zäpfchen und lokalen Betäubungsmitteln erreicht werden. Bei chronischen Fissuren, die länger als drei Monate anhalten, hilft meist nur noch die Operation.

Analkarzinom

Indikationsstellung

Das Analkarzinom ist ein eher seltener Tumor. Man unterscheidet dabei das Analkanal- und Analkanalrandkarzinom. Symptome können sein: Blutungen, Druckgefühl, Juckreiz und Schmerzen.

Therapieverfahren

Zur Sicherung der Diagnose werden Proben entnommen. Die Behandlung besteht aus einer Kombination von Chemotherapie und Bestrahlung.

Analvenenthrombose

Indikationsstellung

Die Analvenenthrombose entsteht durch die Gerinselbildung der oberflächlichen Venen an der Analhaut. Sie ist ungefährlich, kann aber je nach Größe sehr schmerzhaft sein.
Entstehen kann sie durch übermäßiges Pressen beim Stuhlgang.

Therapieverfahren

Zur Behandlung wir die Analvenenthrombose durch Kühlung, Salben mit örtlichem Betäubungsmittel und Schmerzmittelgabe behandelt und bildet sich von alleine zurück. Auf Wunsch des Patienten wird bei Schmerzen oder Infektion operiert.

Condylome

Indikationsstellung

Condylome werden auch Feigwarzen genannt. Es handelt sich um eine Geschlechtskrankheit, die nach sexuellem Kontakt übertragen werden kann. Je nach Form des Kontaktes können Condylome in Mund, Vulva, Penis oder Anus entstehen. Condylome können rasenartig flächig verwachsen und sind medikamentös nur schwer zu heilen.

Therapieverfahren

Wirksam sind Impfungen und die chirurgische Abtragung. Die Partner müssen mitbehandelt werden. Die Erkrankung erhöht das Risiko für die Krebsentstehung im betroffenen Areal.

Hämorrhoidalleiden

Indikationsstellung

Hämorrhoiden sind Gefäßpolster, die ringförmig unter der Enddarmschleimhaut angelegt sind. Sie dienen dem Feinverschluss des Afters. Durch Bindegewebsschwäche, starkes Pressen beim Stuhlgang, Verstopfung und viel Sitzen können sie sich langsam durch den Analkanal nach außen vordrücken. Eine Folge kann sein, dass der Analkanal nicht mehr vollständig schließt. Entstehen dabei Verunreinigungen, können sie den Ausbruch eines Analekzems bewirken.

Man kann ein Hämorrhoidalleiden in vier Stadien unterteilen.

In den Stadien III und IV wird man zur Operation raten, frühe Stadien können durch den Proktologen ohne Operation behandelt werden (z. B. Verödung).

Grad I

Dieses Analekzem erscheint bei 29% der Patienten.

Die Hämorrhoidalpolster sind vergrößert, treten aber nicht in den Analkanal.

Grad II

Dieses Analekzem kommt bei 45% der Patienten vor.

Hämorrhoidalpolster drücken beim Pressen in den Analkanal, rutschen aber von selbst wieder zurück.

Grad III

Dieses Analekzem wird bei 56% der Patienten beobachtet.

Hämorrhoidalpolster fallen bei Anstrengung spontan vor, müssen manuell in den Darm zurückgedrückt werden.

Grad IV

Dieses Analekzem kommt bei 60% der Patienten vor.

Hämorrhoidalpolster stecken außerhalb des Analkanals fest.

Therapieverfahren

Eine Therapie wird je nach Stadium des Hämorrhoidalleidens empfohlen:

Grad I

Stuhlregulierung (durch Ballaststoffe, Flohsamenschalen), Aufbringen von Salben, Beckenbodengymnastik und Hygiene

Grad II

Stuhlregulierung (durch Ballaststoffe, Flohsamenschalen), Gummibandligatur, Verödungsbehandlung (Sklerosierungsbehandlung), Aufbringen von Salben, Hygiene

Grad III

Operation: konventionelle Hämorrhoidektomie, das bedeutet, dass vergrößerte Gefäßknoten herausgeschnitten werden.

Oder:
Staplerhämorrhoidektomie nach Longo (siehe Durchführung)

Grad IV

Operation: konventionelle Hämorrhoidektomie; minimal-invasive subanodermale submusköse Hämorrhoidoplastie

Inkontinenz

Indikationsstellung

Bei einer Inkontinenz können Personen aus unterschiedlichen Gründen ihren Harn oder Stuhl komplett oder teilweise nicht mehr halten.

Therapieverfahren

Sphinkterstimulation mit Biofeedback: Beim Biofeedback werden körperliche Prozesse gemessen und über ein optisches Signal z. B. eines Heimbiofeedbackgerätes zurückgemeldet. Das Ziel besteht darin, die Kontrolle über den Prozess der Anspannung des Schließmuskels zu verbessern.

Kryptitis

Indikationsstellung

Kryptitis nennt man eine Entzündung von taschenartigen Krypten im Analkanal. Diese Krypten sind mehrere Millimeter tief und können bei jedem Menschen im Analkanal gefunden werden. Sie kleiden den After kreisförmig von innen aus. Bei weiterem Voranschreiten der Krankheit können sich daraus auch Analabszesse und Analfisteln bilden.
Symptome: Entzündlich erkrankte Krypten sind sehr druckempfindlich. Es handelt sich meist um dumpfe Schmerzen, die nach dem Stuhlgang beginnen und lange anhalten können. Es gehen keine Blutungen einher und eine Diagnose ist oft schwierig.

Therapieverfahren

Im ersten Schritt versucht man mit entzündungshemmenden Medikamenten den Stau zu lösen. Bei einer fortschreitenden Entzündung wird operativ vorgegangen, auch um Abszesse oder Fisteln zu vermeiden.

Marisken

Indikationsstellung

Nach einer Analthrombose können Analfalte, Analläppchen oder Analkarunkel zurückbleiben. Das sind kleine Hautzipfel, die an sich keinen Krankheitswert haben. Gelegentlich können sie ein Hygieneproblem oder ein Analekzem auslösen.

Therapieverfahren

Meist kommt es aus hygienischen oder kosmetischen Gründen zu einer operativen Entfernung.

Rektumprolaps

Indikationsstellung

Bei einem Mastdarmvorfall, medizinisch auch Rektumprolaps genannt, stülpen sich alle Darmwandschichten des Mastdarms in den Afterkanal hinein. Teilweise sind sie sogar von außen sichtbar, besonders beim Toilettengang beim Pressen.

Therapieverfahren

Eine laparoskopische (minimal-invasive) Rektopexie

Durchführung der Longo-OP / Staplerhämorrhoidektomie

In Narkose (Vollnarkose / Sattelblock) vorsichtiges Dehnen des Analkanals. Vorlegen der Haltenähte für den sogenannten Analtrichter im Bereich des Überganges zwischen Haut und Afterhaut. Vorsichtiges Einführen der Kombination des Analdehners und dem durchsichtigen Analtrichter. Hierbei werden die Hämorrhoiden in den Analkanal zurückgedrückt. Der Analtrichter wird dann mit den vier vorgelegten Haltenähten an der Haut des Patienten fixiert. Nach Entfernung des Analdehners muss die sogenannte Zahnlinie (Linea dentata) durch den durchsichtigen Analtrichter rundum zu sehen sein. Nur dann kann der Analkanal sicher bei der Operation geschützt werden.

Mit einer mittelstarken glatten Naht wird mit Hilfe des sogenannten Halbschalenretraktors eine ringförmige Naht (Tabaksbeutelnaht) in der Höhe der Basis der Hämorrhoiden vorgelegt (ca. 2-3 cm oberhalb der Linea dentata). Hierbei darf von der Naht nur die Darmschleimhaut erfasst werden. Die gesamte Naht verläuft unter der Schleimhaut, insgesamt werden hierzu in der Regel 8 – 10 Stiche benötigt. Nach Entfernen des Halbschalenretraktors nach dem letzten Stich kann probeweise die Naht um den tastenden Finger geschlossen und wieder geöffnet werden. So kann die Güte der Naht überprüft werden.

Das maximal geöffnete Klammernahtgerät (Stapler) wird mit der Andruckplatte nach oben über die Naht hinaufgeschoben, das übrige Gerät bleibt unterhalb der Tabaksbeutelnaht. Die Tabaksbeutelnaht wird locker über der Achse des Staplers geknüpft und durch das Innere des Staplers nach außen geführt und gefühlvoll angezogen. Der Stapler wird in Etappen geschlossen und nach einer Wartezeit von ca. 1 Minute ausgelöst. Nach einer halben Rückwärtsumdrehung der Staplerschraube kann das Gerät leicht entfernt werden. Das „Anallifting“ ist abgeschlossen.

Mit Hilfe des Halbschalenretraktors wird bei liegendem Analtrichter die Klammernahtreihe rundherum nach Blutungen abgesucht. Blutungen können dann mit feinen Nähten zusätzlich gestillt werden. Anschließend wird der Analtrichter nach Lösen der Haltefäden entfernt und durch einen weichen Analtampon, der mit einer Salbe aus örtlichem Betäubungsmittel benetzt ist, ersetzt. Dieser wird einige Stunden nach der Operation aus dem Analkanal entfernt.

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