Klinikum Mittelbaden

Cyberangriff auf externen Dienstleister betrifft auch Daten von Patientinnen und Patienten des Klinikums Mittelbaden

Hinweiszu Presse News

Im Zuge eines derzeit in den Medien breit berichteten Cyberangriffs auf einen externen Abrechnungsdienstleister sind auch Daten des Klinikums Mittelbaden abgeflossen. Die eigenen IT-Systeme und die Patientenversorgung waren zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt.

Ein externer Dienstleister, der für das Klinikum Mittelbaden Abrechnungsleistungen für privatversicherte, zusatzversicherte sowie selbstzahlende Patientinnen und Patienten erbringt, ist Opfer eines Cyberangriffs geworden. Wie aus der aktuellen Berichterstattung in den Medien hervorgeht, sind mehrere Kliniken, darunter auch Universitätskliniken in Baden-Württemberg, von diesem Vorfall betroffen. Nach aktuellem Kenntnisstand wurden im Zuge des Angriffs auch personenbezogene Daten von Patientinnen und Patienten des Klinikums Mittelbaden entwendet. Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung sind nicht betroffen. Die IT-Systeme, die klinische Infrastruktur sowie die Patientenversorgung des Klinikums selbst waren zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt.

Der Angriff auf den externen Dienstleister erfolgte nach den dem Klinikum vorliegenden Informationen Mitte April 2026. Zu diesem Zeitpunkt wurde zunächst lediglich ein Sicherheitsvorfall gemeldet, ohne dass konkrete Angaben zu Art und Umfang der abgeflossenen Daten vorlagen. Unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorfalls hat das Klinikum die Datenübertragung an den betroffenen Dienstleister unterbrochen und die zuständigen Datenschutzbehörden sowie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik informiert und interne Prüfungen eingeleitet. Eine belastbare Einschätzung zum Umfang der betroffenen Daten lag dem Klinikum erst am 18. Mai vor. Erst ab diesem Zeitpunkt standen detaillierte Informationen zu Art und Umfang der abgeflossenen Daten von Seiten des Dienstleisters zur Verfügung.

Nach aktuellem Stand sind insgesamt rund 1.260 Patientinnen und Patienten betroffen. In rund 900 Fällen wurden Stammdaten wie Name, Geburtsdatum und Adresse entwendet. In 360 Fällen wurden darüber hinaus abrechnungsrelevante Daten gestohlen, die auch Informationen zu Diagnosen oder Behandlungsarten enthalten können und damit zu den besonders sensiblen personenbezogenen Daten im Sinne des Artikels 9 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zählen. Nach derzeitigem Kenntnisstand wurden keine Finanzdaten wie Kontonummern oder IBAN kompromittiert.

„Gesundheitsdaten gehören zu den sensibelsten personenbezogenen Informationen. Ihr Schutz hat für uns höchste Priorität. Der Angriff betrifft ausschließlich den externen Dienstleister und nicht das Klinikum selbst. Unsere Patientenversorgung, unsere IT-Infrastruktur und unsere klinischen Systeme waren jederzeit sicher“, betont der Medizinische Geschäftsführer Priv.-Doz. Dr. Thomas Iber.

„Wir nehmen den Vorfall sehr ernst. Aktuell arbeiten wir daran, alle betroffenen Personen individuell zu informieren. Gleichzeitig stehen wir im engen Austausch mit dem Dienstleister und den zuständigen Behörden und prüfen mögliche rechtliche Schritte“, ergänzt der Kaufmännische Geschäftsführer Felix Brenneisen.

Parallel werden alle Personen, bei denen Hinweise auf den Abfluss sensibler Gesundheitsdaten bestehen, individuell kontaktiert und in persönlichen Anschreiben informiert. Darüber hinaus wird ab dem 26. Mai eine zentrale, DSGVO-konforme E-Mail-Adresse für Rückfragen eingerichtet, die auf der Website des Klinikums veröffentlicht wird.

Das Klinikum Mittelbaden wird die Öffentlichkeit weiterhin transparent über neue Erkenntnisse informieren. Der Schutz der sensiblen Patientendaten und die umfassende Aufklärung des Vorfalls haben für das Klinikum höchste Priorität.

Text: Petra Geiger

Update 26.05.2026
Die E-Mail-Adresse lautet cybervorfall@klinikum-mittelbaden.de 
Über diese E-Mail können sich Betroffene an das Klinikum Mittelbaden wenden.