Gemeinsam die digitale Zukunft der Gesundheitsversorgung in Baden-Württemberg gestalten
Mit der Gründung des Vereins MEDI:CUS e.V. wurde am 18. September ein wichtiger Meilenstein für die Digitalisierung des Gesundheitswesens in Baden-Württemberg erreicht. Das Klinikum Mittelbaden (KMB) gehört zu den Gründungsmitgliedern des neuen Vereins und gestaltet so im Schulterschluss mit vielen weiteren klinischen Versorgungseinrichtungen die digitale Zukunft der medizinischen Versorgung aktiv mit. Neben der technischen Innovation setzt MEDI:CUS insbesondere neue Maßstäbe in der einrichtungsübergreifenden Zusammenarbeit.
Mit der MEDI:CUS-Plattform entsteht erstmals eine multicloudbasierte, sichere, datenschutzkonforme und hochgradig flexible digitale Infrastruktur für Krankenhäuser, Forschungseinrichtungen und weitere Akteure des Gesundheitswesens die auf moderne Stack-Architektur setzt. Durch einfach zu beziehende digitale Lösungen, konsequente Anwendung von Standards und einheitlicher Prozesse wird MEDI:CUS dabei helfen, die Chancen der Digitalisierung skalierbar zu nutzen und Ressourcen vor Ort von nicht-medizinischem Aufwand zu entlasten. So können wir den Fokus noch stärker auf das legen, was unsere Kernaufgabe ist: Die Versorgung von Patientinnen und Patienten. Die Initiative wurde vom Land Baden-Württemberg gemeinsam mit zahlreichen Kliniken und Universitäten auf den Weg gebracht.
Als Gründungsmitglied bringt sich das Klinikum Mittelbaden aktiv in die strategische Weiterentwicklung des gesamten MEDI:CUS-Ökosystems ein. Gemeinsames Ziel ist es, Innovationen schneller einzuführen, IT-Strukturen zukunftsfähig auszurichten und die Zusammenarbeit innerhalb des Gesundheitswesens einrichtungs- und sektorenübergreifend weiter zu stärken.
„Digitalisierung funktioniert im Krankenhaus dann gut, wenn sie den Menschen im Arbeitsalltag tatsächlich hilft und nicht zusätzliche Komplexität schafft. Genau darin sehen wir eine große Chance von MEDI:CUS: Nicht jedes Haus muss für sich allein dieselben technischen Fragen lösen, sondern wir können tragfähige Lösungen gemeinsam entwickeln und nutzen. Dass dabei Universitätskliniken ebenso wie kommunale und private Krankenhäuser sowie die medizinischen Fakultäten des Landes zusammenarbeiten, ist ein großer Gewinn. Als Klinikum Mittelbaden bringen wir die Perspektive eines kommunalen Gesundheitsversorgers ein und wollen mit dafür sorgen, dass aus gemeinsamen Standards und sicheren digitalen Strukturen ganz konkrete Verbesserungen für unsere Mitarbeitenden und für die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten entstehen“, unterstreicht der Medizinische Geschäftsführer des KMB, Priv.-Doz. Dr. Thomas Iber, nach der offiziellen Gründung des Vereins.
„MEDI:CUS ist ein starkes Zeichen für den gemeinsamen digitalen Aufbruch des Gesundheitswesens in Baden-Württemberg. Die cloudbasierte und interoperable Datenplattform ermöglicht eine bessere Vernetzung von Versorgung, Forschung und Wissenschaft. Damit legt MEDI:CUS einen wichtigen Grundstein für den medizinischen Fortschritt und eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung im Land.“, erklärt auch der Vorstandsvorsitzende der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG), Heiner Scheffold. „Gebündelte digitale Infrastrukturen und IT-Services stärken einheitliche Standards und entlasten die Krankenhäuser, damit diese sich auf die hochwertige und verlässliche Versorgung ihrer Patientinnen und Patienten konzentrieren können.“
Führungsstruktur des Vereins gewählt
Im Rahmen der Gründungsveranstaltung wurden zudem die Vorstandsmitglieder des Vereins gewählt. Dem Vorstand gehören an:
- Prof. Dr. Dr. h.c. Frederik Wenz (Vorstandsvorsitzender), Leitender Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Freiburg,
- Prof. Dr. Dr. Martin Holderried, Medizinischer Geschäftsführer des Städtischen Klinikums Karlsruhe,
- Wolfgang Schmid, Kaufmännischer Geschäftsführer der Alb Fils Klinikum GmbH.
Die Zusammensetzung repräsentiert gleichzeitig die unterschiedlichen Einrichtungsarten und -größen und wird zusammen mit den Mitgliedern die strategische Weiterentwicklung von MEDI:CUS zum Vorteil aller gestalten.
Digitalisierung gemeinsam voranbringen
MEDI:CUS steht für einen neuen Ansatz der Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. Statt Lösungen in einzelnen Einrichtungen zu beschaffen, zu entwickeln oder werden digitale Dienste künftig gemeinsam aufgebaut und betrieben. Dies stärkt die Interoperabilität, erhöht die IT-Sicherheit und schafft die Voraussetzungen, Gesundheitsdaten verantwortungsvoll für Versorgung, Forschung und Innovation nutzbar zu machen. Die beteiligten Einrichtungen übernehmen damit gemeinsam Verantwortung für eine leistungsfähige digitale Gesundheitsversorgung in Baden-Württemberg.
Über MEDI:CUS
In den vergangenen zwei Jahren hat das Land im Zuge des Projekts MEDI:CUS gemeinsam mit baden-württembergischen Kliniken und weiteren Partnern eine anbieterunabhängige, cloudbasierte Plattformarchitektur zum einfachen Bezug von Applikationen und Services aufgebaut. Damit soll die stark fragmentierte IT-Landschaft im Gesundheitswesen überwunden und der langfristige Austausch sowie die Nutzung von Gesundheitsdaten ermöglicht werden. Finanziert wurde das unter dem Dach des „Forums Gesundheitsstandort Baden-Württemberg“ initiierte Projekt ressortübergreifend mit ca. 25 Millionen Euro aus dem Sozial-, Wissenschafts- und Wirtschaftsministerium. Das Innen- und Digitalisierungsressort war federführend mit der Umsetzung betraut. Im März gab das Kabinett seine Zustimmung für die künftige Trägerorganisation bestehend aus einem Verein und einer operativen GmbH. Am 18. September ist die Gründung des Vereins als langfristige Steuerungseinheit der MEDI:CUS-Plattform erfolgt.
Foto: Innenministerium Baden-Württemberg
Die übergeordnete Pressemitteilung ist auf der nachstehenden Internetseite abrufbar:
https://im.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse-und-oeffentlichkeitsarbeit/pressemitteilung/pid/medicus-plattform-wird-zukunftsfest-aufgestellt

