Klinikum Mittelbaden

Erste ambulante Gallenblasenentfernung erfolgreich durchgeführt

Viola Christ und der behandelnde Oberarzt Dr. Björn Huck beim Nachsorgetermin am Tag nach der Operation

Innovatives Behandlungskonzept im Rahmen der Hybrid‑DRG – Patientin bereits am OP‑Tag entlassen

In der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Klinikum Mittelbaden (KMB) wurde am 28. April erstmals eine ambulante Gallenblasenentfernung durchgeführt. Die Operation erfolgte im Rahmen der sogenannten Hybrid‑DRG, die es erlaubt, bestimmte Eingriffe ambulant oder stationär zu erbringen. Die Patientin konnte noch am Tag der Operation bei sehr gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen werden. Auch bei der Kontrolle am Folgetag zeigte sich ein weiterhin komplikationsloser Verlauf.

Gallenblasenoperationen zählen seit Einführung der Hybrid‑DRG zu den Eingriffen, die grundsätzlich auch ambulant durchgeführt werden können. In Deutschland ist bislang jedoch ein stationärer Aufenthalt von etwa zwei Tagen der Standard. In der Allgemein- und Viszeralchirurgie am KMB konnte bereits in vorhergehenden Untersuchungen aufgezeigt werden, dass für geeignete Patientinnen und Patienten auch ein verkürzter stationärer Aufenthalt von nur einem Tag nach der Operation sicher möglich ist. Mit dem nun erfolgten ambulanten Eingriff wurde dieser Ansatz konsequent weiterentwickelt.

„Dass wir nun erstmals eine Gallenblasenoperation vollständig ambulant durchführen konnten, ist ein wichtiger Meilenstein für unsere Klinik und ein Beispiel für eine moderne wie auch patientenorientierte Versorgung“, freut sich Prof. Dr. Lars Fischer, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie an den beiden Klinikstandorten Baden-Baden und Rastatt. „Die Hybrid‑DRG eröffnet neue Möglichkeiten, stellt aber auch hohe Anforderungen an Indikationsstellung, Organisation und Nachsorge. Sicherheit hat dabei für uns oberste Priorität“, betont Fischer.

Die Operation wurde minimal-invasiv durch Prof. Fischer durchgeführt. „Der Eingriff verlief technisch vollkommen problemlos. Entscheidend ist jedoch nicht nur die Operation selbst, sondern die sehr sorgfältige Auswahl der Patientinnen und Patienten“, betont der Operateur. „Eine ambulante Gallenblasenentfernung kommt nur für Personen infrage, die bestimmte medizinische und soziale Kriterien erfüllen.“

Am KMB erfolgt die Indikationsstellung zur ambulanten Gallenblasenoperation daher nach strengen und klar definierten Kriterien. Hierfür wurde eigens ein objektives Punktesystem entwickelt, mit dem der Zustand der Patientinnen und Patienten vor, während und nach der Operation systematisch bewertet wird. Nur wenn zu jedem Zeitpunkt die medizinische Sicherheit gewährleistet ist und die Patientin oder der Patient dies ausdrücklich wünscht, wird der Eingriff ambulant durchgeführt.

Die behandelte Patientin, Viola Christ, zeigt sich sehr zufrieden: „Ich habe mich von Anfang an gut bei meinem Behandlungsteam aufgehoben gefühlt. Dass ich noch am selben Tag nach Hause konnte, war für mich als Mama von einem vier Monate alten Baby sehr angenehm. Ich bin am OP-Tag um 7 Uhr morgens aufgenommen worden und durfte um 14 Uhr bereits wieder nach Hause gehen. Die Narkose habe ich dank verträglicher Narkosemittel sehr gut vertragen. Ich litt nicht unter Übelkeit und konnte bereits im Aufwachraum etwas trinken und eine Kleinigkeit essen. Auch am nächsten Tag ging es mir gut. Ich hatte kaum Bauchschmerzen, lediglich etwas Schulterschmerzen. Was bei einem laparoskopischen Eingriff durch das verwendete Gas nicht ungewöhnlich ist.“

Die gute Nachbetreuung ist ein zentraler Bestandteil des Konzepts. Bereits am Folgetag erfolgte eine ambulante Kontrolle, bei der erneut ein sehr guter Allgemeinzustand festgestellt wurde. Im Zuge des Nachsorgetermins entstand auch das Bild von Viola Christ gemeinsam mit dem behandelnden Oberarzt Björn Huck.

„In vielen Ländern ist die ambulante Gallenblasenoperation bereits etablierter Standard“, so Fischer weiter. „Für Deutschland ist dieser Schritt noch neu. Umso wichtiger ist es, dieses Angebot verantwortungsvoll, evidenzbasiert und mit klaren Strukturen umzusetzen.“

„Mit der ersten ambulant durchgeführten Gallenblasenentfernung zeigt das KMB, wie Innovation, Patientensicherheit und moderne Vergütungssysteme wie die Hybrid‑DRG miteinander kombiniert werden können“, so Fischer abschließend.

Text: P. Geiger
Bildquelle: Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
Bildunterschrift: Viola Christ und der behandelnde Oberarzt Dr. Björn Huck beim Nachsorgetermin am Tag nach der Operation