Klinikum Mittelbaden

„Es hat sich zu jeder Sekunde richtig angefühlt“

Leona D’Onofrio macht eine Ausbildung zur Pflege-fachfrau. Eine ihrer Ausbildungsstationen war die In-tensivstation in Rastatt.

Der Weltblutkrebstag (World Blood Cancer Day) am 28. Mai symbolisiert nicht nur Solidarität mit Betroffenen, sondern soll aufklären und dazu aufrufen, sich für eine Stammzellspende zu registrieren. Eine, die bereits Stammzellen für ein Kind gespendet hat, ist die Auszubildende Leona D’Onofrio, die die Schule für Pflegefachberufe in Baden-Baden besucht.

Ein perfektes Match: Als ihr Telefon klingelt, liegt ihre Registrierung bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) schon einige Jahre zurück. Leona D’Onofrio macht ihre Ausbildung zur Pflegefachfrau und ist im zweiten Ausbildungsjahr, als sie erfährt, dass sie als Stammzellspenderin infrage kommt. „Für mich war eigentlich sofort klar, dass ich das mache“, berichtet sie. Weil die Stammzellen direkt aus dem Beckenkamm entnommen werden sollen, machen sich vor allem ihre Eltern Sorgen, denn diese Art der Entnahme ist laut DKMS nur in zehn Prozent der Fälle üblich und mit Risiken verbunden. „Doch auch ich habe mir viele Gedanken gemacht – schließlich ist es ein Eingriff unter Vollnarkose“, sagt Leona D‘Onofrio.

„Vor allem mein Partner und meine Freunde waren anfangs eine große Unterstützung. Wir haben sehr viel darüber gesprochen, alle Vorteile und Risiken miteinander abgewogen. Schlussendlich wurde ich hauptsächlich von meinem Glauben geleitet. Ich habe mir gedacht, dass Gott mich nicht dafür aussuchen würde, wenn es mir schaden würde“, fügt sie hinzu.

Kind aus Italien erhält die Stammzellspende

Sie und ihre Eltern informieren sich auch mit der Unterstützung von Leona D‘Onofrios Patentante Filomena Strolz, Pflegedienstleiterin im Hospiz Kafarnaum. „Sie hat für mich mit Kollegen gesprochen, die so etwas schon erlebt haben und hat mich in meiner Entscheidungsfindung unterstützt.“ Auch über Ausfallzeiten hat sich die Auszubildende Gedanken gemacht. „Doch auch hier habe ich nur Unterstützung und Wohlwollen erfahren.“ Nachdem die Eltern sich ausreichend informiert haben, stehen sie voll und ganz hinter der Entscheidung und unterstützen, so gut es geht. Es folgen Untersuchungen und Fahrten in das Entnahmezentrum. „Für mich war klar, wenn ich bei den Voruntersuchungen, bei denen alle Werte nochmal erhoben wurden und ein Ultraschallbild von allen Organen gemacht wurde, gesund bin, würde ich die Spende durchführen.“

Am Tag der Entnahme ist sie ziemlich aufgeregt: „Dass meine Mutter mich begleiten konnte, hat mir sehr geholfen.“ Als sie aufwacht, liegt sie zwei Stunden auf Sandsäcken, um Druck auf die Wunden auszuüben. „Die Narben werden nur verklebt“, erklärt sie. Nach dem Eingriff hat sie Rückenschmerzen und ist erschöpft, nach einer Woche hat sie sich erholt. Später erfährt sie, dass ein Kind aus Italien ihre Stammzellen erhalten hat und ist umso glücklicher, sich für die Spende entschieden zu haben: „Ich habe mir versucht vorzustellen, wie schlimm diese Situation auch für die Eltern sein muss und war einfach nur froh, dass ich meinen Beitrag leisten konnte“, berichtet die 21-Jährige. „Es hat sich zu jeder Sekunde richtig angefühlt. Ich kann nur dazu aufrufen, sich bei der DKMS anzumelden. Es ist nur ein geringer Aufwand, alle Kosten werden von der DKMS getragen und heute, vier Monate später, sind die Narben kaum mehr zu sehen und ich trage sie mit Stolz.“

Weitere Infos rund um das Thema Stammzellspende: https://www.dkms.de