Mehr als 3000 Kinder hat sie auf die Welt gebracht, nun geht Susanne Baus in den Ruhestand: Am 1. Juni 1987 war ihr erster Arbeitstag als Hebamme im Kreißsaal in Balg, fast genau 39 Jahre später nimmt sie Abschied vom Kreißsaal. Dem Team bleibt sie als Teil der Hebammensprechstunde auch im Ruhestand erhalten. In der Pflegedirektion gab es am 6. Juli eine liebevoll gestaltete Überraschungsfeier zum Abschied.
Doch so ganz überraschend kam die Feier für Susanne Baus dann doch nicht: Schmunzelnd zog sie vier Zettel aus ihrer Tasche, auf denen sie ihren Werdegang im KMB skizziert hatte. Sie berichtete von berührenden, aber auch vielen herausfordernden Momenten. In der früheren Stadtklinik und dem heutigen KMB geht sie schon lange ein und aus: „Mit 15 habe ich angefangen, Sonntagsdienste über die Kirche zu machen“, berichtete sie. Es folgten Ferienpraktika auf der Inneren, nach dem Abitur ein dreimonatiges Praktikum auf der Inneren und neun Monate auf der Wochenstation.
Von 1984 bis 1987 machte sie ihre Ausbildung an der Uniklinik Heidelberg. Nach einer kurzen Station in Achern startete sie am 1. Juni 1987 im Kreißsaal in Baden-Baden – und blieb 39 Jahre. „So lange einem Arbeitgeber treu zu bleiben, ist für mich schon etwas Besonderes“, sagte sie im Kreis ihrer Kolleginnen und Kollegen. Den kompletten Wandel von der Stadtklinik zum KMB hat Susanne Baus miterlebt, ebenso die Schließung der Kreißsäle in Bühl und Rastatt. Sie hat Neuerungen umgesetzt und wichtige Impulse gegeben – wie die Einführung von Wassergeburten. Seit 2016 war sie Leitende Hebamme im Kreißsaal in Balg: „Für mich war es immer selbstverständlich für die Hebammen da zu sein, wenn sie Unterstützung benötigten – egal, ob privat oder dienstlich.“ Dazu zählten vor allem Gespräche nach schwierigen Geburten.
Eine besondere Herzensangelegenheit war und ist ihr die Arbeitsgemeinschaft „Stillgeborene Kinder“, die sie im Jahr 2004 mitgegründet hat. Die AG hat unter anderem die Broschüre „Still geboren“ entwickelt – ein Leitfaden für Eltern, die ihr Kind früh in der Schwangerschaft oder bei der Geburt verloren haben. Sie bietet medizinische, rechtliche und emotionale Orientierung. „Ich hoffe sehr, dass die AG weiterbesteht.“ Wichtig war es ihr auch, ihre Nachfolge frühzeitig zu regeln und ihr und ihrer Nachfolgerin Colette Buchholz eine gute Übergabe zu ermöglichen: „Ich denke, das ist uns ganz gut gelungen.“
„Wir bedanken uns herzlich bei Frau Baus für ihren langjährigen Einsatz. Sie hat Familien den besten Start ermöglicht und stand immer hinter ihrem Team. Nun wünschen wir ihr den besten Start in ihren neuen Lebensabschnitt und freuen uns, dass sie auch im Ruhestand noch in unserem KMB ein- und ausgehen wird“, so Pflegedirektorin Ute Heinrich und Pflegedienstleiterin Heike Himmelsbach.

