Machen Sie sich jetzt einen Eindruck von unserem Kreißsaal
Innerhalb unseres geschützten Entbindungsbereiches finden sich fünf Kreißsäle und mehrere Vorbereitungsräume sowie ein geburtshilflicher Operationsaal. Die Vorbereitungsräume dienen dem Ankommen der Gebärenden und ihrer Begleitung. Sie geben Raum, um gut in die Geburt und die Umgebung zu finden. Bei fortgeschrittenem Geburtsverlauf ziehen wir mit Ihnen in einen der benachbarten Kreißsäle um. Die modernen Kreißsäle sind in warmen und freundlichen Farben gestaltet, verfügen über viel Tageslicht aber auch die Möglichkeit verschiedene Lichtstimmungen selbst zu wählen und sind voll ausgestattet. Dazu zählen, neben einem Entbindungsbett, auch viele andere Hilfsmittel, um die verschiedenen Gebärpositionen zu unterstützen: Entbindungshocker, Bodenmatte, Pezziball oder ein Haltetuch (Geburtsseil). Wannen zur Entspannung und für eine Wassergeburt stehen ebenfalls zur Verfügung.
Jeder Kreißsaal ist klimatisiert und vefügt selbstverständlich über ein eigenes Duschbad und WC.
Machen Sie sich doch selbst ein Eindruck davon was wir für Sie eingerichtet haben

In unserer Abteilung führen wir auch offene Hernienchirurgien durch. Folgende Erkrankungen decken wir ab:
Eine Geburtseinleitung ist eine besondere Situation. Aus Erfahrung wissen wir, dass dieser Prozess oft mit Ängsten, Unsicherheiten und falschen Erwartungen verknüpft ist. Neben unserer individuellen persönlichen Beratung sollen nachstehende Information tiefer in die Thematik einführen und Ihnen die Grundlage geben im persönlichen Beratungsgespräch Fragen stellen zu können. Sie erhalten einen Überblick der von uns empfohlenen Einleitungsmethoden und Hinweise auf wichtige Aspekte der Geburtseinleitung.
- Wann ist eine Geburtseinleitung sinnvoll?
- Was ist das Ziel?
- Voraussetzungen einer Geburtseinleitung
- Was wird zur Geburtseinleitung eingesetzt?
- Welche Komplikationen können auftreten?
Wann ist eine Geburtseinleitung sinnvoll?
Grundsätzlich soll eine Geburtseinleitung nur dann durchgeführt werden, wenn sich ein besseres geburtshilfliches Ergebnis für Mutter und Kind erzielen lässt, als dieses durch ein abwartendes Verhalten erreicht werden kann.
Daher wird eine Geburtseinleitung auch nur dann in Betracht gezogen, wenn die vaginale Geburt der für Sie individuell geeignetste Geburtsmodus ist und die Geburt mittelbar erfolgen soll.
Typische Gründe einer Geburtseinleitung sind beispielsweise der Diabetes mellitus in der Schwangerschaft, die Terminüberschreitung, Bluthochdruckerkrankungen in der Schwangerschaft, eine nachlassende Funktion des Mutterkuchens oder mütterliche bzw. kindliche Erkrankungen.
Da es auch Kontraindikationen einer Geburtseinleitung zu beachten gibt, wird die Indikation zur Geburtseinleitung durch eine geburtshilflich erfahrene Fachärztin bzw. einen Facharzt gestellt. Eine Geburtseinleitung bedeutet immer eine besondere Sorgfaltspflicht, da der physiologische Rahmen der Schwangerschaft verlassen wird.


Was ist das Ziel
Das Ziel jeder Geburtseinleitung ist eine sichere und glückliche Entbindung Ihres Kindes. Dies gelingt jedoch nur selten in Rekordzeit. Meist gestaltet sich der Verlauf einer Geburtseinleitung in Etappen, die nacheinander durchlaufen werden.
Erstes Ziel der Einleitung ist meist die Reifung des Muttermundes. Der Gebärmutterhals soll sich verkürzen, der Muttermund leicht eröffnen und der Widerstand des Bindegewebes des Geburtswegs soll abnehmen.
Das zweite Ziel soll das Auslösen von Wehen sein, die nach und nach weiter geburtswirksam werden. Hierbei muss man wissen, dass die Geburtseinleitung den Körper einstimmen soll, um eine eigene Wehentätigkeit zuzulassen. Hier liegt auch begründet, warum ein Einleitungsversuch in manchen Fällen mehrfach wiederholt werden muss, oder warum dieser sogar zunächst erfolglos verlaufen kann.
Voraussetzungen einer Geburtseinleitung
Sicherheit für Mutter und Kind stehen bei der Durchführung einer Geburtseinleitung an oberster Stelle. D.h. die apparative und personelle Überwachung von Mutter und Kind muss stets gewährleistet sein, um auf jede Entwicklung unter der Geburt reagieren zu können.
Denkbar ist beispielsweise eine Überstimulation der Gebärmutter (überschießende Wehentätigkeit), die behandelt werden muss. Dies erklärt auch, warum wir eine medikamentöse Geburtseinleitung ausschließlich in der Klinik nach einem festen Überwachungsschema empfehlen. Zahlreiche apparative Kontrollen von Mutter und Kind (z.B. mittels CTG) und pflegerische oder ärztliche Visiten erfolgen ebenso selbstverständlich, wie das Gespräch über Ihr Befinden in dieser Situation.
Bei individuellen Risikosituationen werden wir die möglichen Entwicklungen vorher ausführlich mit Ihnen besprechen.

Was wird zur Geburtseinleitung eingesetzt?
Spezielle Einleitungsmittel
Auch bei der Geburtseinleitung legen wir großen Wert auf einen möglichst natürlichen Geburtsverlauf. Der Wehencocktail ist beispielsweise ein Gemisch aus Mandelmus, Rizinusöl, Aprikosensaft und Mineralwasser. Seine abführende Wirkung stimuliert die körpereigene Wehentätigkeit so gut, dass wir fast 30% aller Geburtseinleitungen bei Terminüberschreitung ausschließlich mit dieser Methode durchführen können. Kein Einleitungsversuch ist vergebens, denn er verbessert die Chancen mit dem nächsten Einleitungsversuch zu einer geburtswirksamen Wehentätigkeit zu kommen.
In unserer Klinik kommen die Prostaglandine Dinoproston (Minprostin® Vaginalgel, Propess® Vaginalinsert) und Misoprostol (®) zur Anwendung. Alle diese Prostaglandine wurden speziell für die Geburtseinleitung entwickelt und sind in Deutschland zugelassen.
Die eigens für die Geburtshilfe entwickelten und vaginal zu applizierenden Prostaglandingels mit Zulassung in Deutschland bieten nach Daten aus über 300 wissenschaftlichen Arbeiten und Studien gegenüber dem Prostaglandin Misoprostol keine Vorteile. Auch die Rate an Komplikationen (sekundäre Kaiserschnittrate, PDA-Rate, Blutungen, Herztonveränderungen durch Überstimulation, Riss der Gebärmutter durch Wehen, Rate an Verlegungen der Kinder nach der Geburt in die Kinderklinik, etc.) ist – entsprechend der gewählten Dosis und Ausschluss von Kontraindikationen – bei keinem Prostaglandin signifikant unterschiedlich.
Das oral verabreichbare Misoprostol bewirkt jedoch im Vergleich aller in der Geburtshilfe untersuchten Prostaglandine eine höhere Rate an vaginalen Geburten innerhalb 24 Stunden und trägt zu einem geringeren Einsatz wehenfördernder Substanzen, wie z.B. Oxytocin bei. Zudem können vaginale Manipulationen vermieden werden. Aus diesem Grund wird heute die Geburtseinleitung mit Misoprostol weltweit in vielen Kliniken durchgeführt und öffentlich empfohlen.
Aufgrund der klaren wissenschaftlichen Datenlage findet man die Anwendung von Misoprostol zur Geburtseinleitung mittlerweile auch in mehreren deutschen Lehrbüchern der Geburtshilfe. Nicht zuletzt hat die WHO Misoprostol in der geburtshilflichen Anwendung als unentbehrliches Arzneimittel eingestuft, da weltweit Leben von Frauen und Kindern durch seine Wirkung gerettet werden können.
Ein weiteres Medikament zur Geburtseinleitung ist der sogenannte Wehentropf mit dem Wirkstoff Oxytocin (Syntocinon®). Er wird als Infusion verabreicht und findet seinen Einsatz häufig bei bereits fortgeschritten eröffnetem Muttermund oder zur Unterstützung der eigenen Wehentätigkeit.
Ist es noch zu keiner wesentlichen Verkürzung des Gebärmutterhalses und/oder Eröffnung des Muttermundes gekommen, ist es weniger wirksam, als die oben genannten Prostaglandine. Zudem hat er den Nachteil, dass es als Infusion gegeben werden muss, und eine Dauerüberwachung von Mutter und Kind erfolgen muss. Die werdende Mutter ist dabei in Ihrer Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt. Dem gegenüber lässt sich jedoch die Wehentätigkeit sehr gut steuern, was sich im Verlauf der Geburt immer wieder als Vorteil erweisen kann.
Neben den oben genannten Medikamenten gibt es weitere Methoden der Geburtseinleitung, wie z.B. die mechanische Dehnung des Muttermundes, durch die es zur Freisetzung körpereigenen Prostaglandinen kommt.
Hier eignet sich die Tastuntersuchung mit dem Finger, aber auch ein spezieller medizinischer Ballon-Katheter (Cook® Cervical Ripening Balloon) der zur „Reifung“ des Gebärmutterhalses genutzt kann. Dieser kann einfach platziert und für 12 Stunden getragen werden. Gegenüber den oralen Prostaglandinen ist für die Anlage bzw. Durchführung eine vaginale Manipulation erforderlich.
Nach einem Kaiserschnitt in einer vorhergehenden Schwangerschaft hat der Ballonkatheter keine Zulassung, jedoch in Studien ein sehr günstiges Wirkprofil, so dass er hier außerhalb der Zulassung im »Informed consent« eingesetzt werden kann. Nicht zuletzt sind weitere die Wehen anregende Methoden, wie die Einnahme spezieller Tees, der Einsatz von Akupunktur, oder der sogenannte Einlauf nach Absprache möglich.

Welche Komplikationen können auftreten?
Eine Geburtseinleitung verläuft meist ohne größere Komplikationen. Abhängig von der Wahl der Einleitungsmethode und der Dosierung der Medikamente kann es vereinzelt zu einer überschießenden Wehentätigkeit kommen.
Es wird bei der Einleitung vermehrt mekoniumhaltiges („grünes“) Fruchtwasser beobachtet. Zudem sieht man gelegentlich sehr rasche Geburtsverläufe und verstärkte Blutungen nach der Geburt.
Gerade bei an der Gebärmutter voroperierten Patientinnen ist das Risiko für eine Uterusruptur (Riss der Gebärmutter unter der Geburt mit einem damit verbundenen erhöhten Risiko des Verlustes der Gebärmutter) erhöht. Es können aufgrund dieser Gefahr nur wenige Einleitungsmittel bei sehr sorgfältiger Überwachung eingesetzt werden. Sehr selten sind Blutdruckabfälle, Übelkeit und Erbrechen zu beobachten.
Unter der Geburtseinleitung kann ein Kaiserschnitt aus medizinischen Gründen notwendig werden. Nicht zuletzt muss immer auf die Tatsache verwiesen werden, dass bei der Anwendung von Medikamenten grundsätzlich nicht bekannte Risiken bestehen können. Letztlich bedeutet eine Geburtseinleitung immer ein Abweichen vom natürlichen Verlauf der Schwangerschaft. Allerdings wird das Ziel verfolgt, Schaden von Mutter und Kind abzuhalten.
Gebären im Wasser
Durch die entspannende Wirkung des warmen Wassers kann die Geburt schneller und weniger schmerzhaft verlaufen. In unserem neuen Kreißsaal sind 3 Geburtsräume mit Zugang zu einer Gebärwanne ausgestattet. Sollten bestimmte geburtshilfliche Voraussetzungen erfüllt sein, steht einer Geburt im Wasser nichts im Wege. Wassergeburten sind eine sichere Methode zur Entbindung wie Untersuchungen eindeutig belegen.

Geplant oder ungeplant
Ist ein Kaiserschnitt notwendig, steht hierfür ein OP Team 24 Stunden am Tag zur Verfügung. Der OP Bereich für Kaiserschnitte ist direkt in den Kreißsaalbereich integriert. Die Nachbetreuung wird für die ersten Stunden nach einem komplikationslosen Kaiserschnitt von der Hebamme durchgeführt. Wir führen die meisten Kaiserschnitte in Regionalanästhesie durch, so dass die Mutter die Geburt ihres Kindes wach miterleben kann.
Ein Begleitperson kann bei einer Operation in Regionalanästhesie gerne anwesend sein.

Was spricht dafür oder dagegen?
Über 33% der Gebärenden erhalten in Deutschland pro Jahr einen Kaiserschnitt. Viele Frauen wollen danach weitere Kinder und sind in der Folgeschwangerschaft mit der Frage konfrontiert, ob die anstehende Geburt als vaginaler Geburtsversuch oder wieder als Kaiserschnitt erfolgen soll. Grundsätzlich ist ein Kaiserschnitt als solcher in der Vorgeschichte kein Argument (=Kontraindikation) gegen eine Spontangeburt (= vaginalen Geburtsversuch).
Neben unserer individuellen persönlichen Beratung sollen nachstehende Information tiefer in die Thematik einführen und Ihnen die Grundlage geben im persönlichen Beratungsgespräch Fragen stellen zu können.


Diese Informationen sollten Sie für Ihre individuelle Entscheidung berücksichtigen
• Warum erfolgte der vorherige Kaiserschnitt
• Wie lange ist der letzte Kaiserschnitt her und sind in der Zwischenzeit weitere Operationen an der Gebärmutter erfolgt?
• In welchem Rahmen erfolgte der Kaiserschnitt? Als geplanter Kaiserschnitt oder z.B. als Not-Kaiserschnitt
• Wie wurde der Kaiserschnitt durchgeführt? Gab es bei der Operation Besonderheiten?
• Welche persönlichen Erfahrungen haben Sie bei der vorhergehenden Geburt / den vorherigen Geburten gemacht?
• Welche Wünsche und Bedenken bestehen bei Ihnen?
• Wie verläuft die aktuelle Schwangerschaft und welche (Ultraschall-) Befunde des Kindes liegen vor?
• Welche Informationen sind Ihnen bereits durch die betreuende Frauenärztin, bzw. den betreuenden Frauenarzt und/oder die freiberufliche Hebamme übermittelt worden?
Erfolgswahrscheinlichkeit
Etwa 60-85% der Frauen entbinden erfolgreich spontan, auch wenn ein Kaiserschnitt vorausgegangenen ist. Die Wahrscheinlichkeit für eine vaginale Geburt erhöht sich noch einmal, wenn bereits eine Spontangeburt (vaginale Geburt) in der Vorgeschichte berichtet werden kann, d.h. wenn Sie vor oder nach dem Kaiserschnitt auch ein Kind spontan (=durch die Scheide) entbunden haben.
Allerdings gibt es auch Umstände, die die Erfolgsrate senken, wie beispielsweise eine
• notwendige Geburtseinleitung,
• ein Geburtsstillstand als Ursache des Kaiserschnittes bei der Geburt zuvor,
• ein mütterliches Übergewicht, Bluthochdruck
• oder dem Umstand, noch nie vaginal geboren zu haben.
Auch wenn hier die Wahrscheinlichkeit für einen erneuten Kaiserschnitt ansteigt, ist damit nicht zwingend verbunden, von einem vaginalen Geburtsversuch (= Spontangeburt) abzusehen. Dies wäre nur erforderlich, wenn mehr als 2 Kaiserschnitte bereits bei Ihnen erfolgt wären oder eine Narbenruptur (= Riss des Kaiserschnittnarbe) in einer Schwangerschaft bzw. bei einer Geburt zuvor aufgetreten wäre, oder die Gebärmutter bei einer Operation längs eröffnet worden wäre oder erhebliche Voroperationen an der Gebärmutter erfolgt wären.


Sicherheit der vaginalen Geburt nach Kaiserschnitt
Insgesamt hat die vaginale Geburt nach Kaiserschnitt eine niedrige Komplikationsrate, wenn ausreichend Vorkehrungen getroffen werden. Es gibt keine Einschränkungen bezüglich der Schmerztherapie unter der Geburt.
Die Geburt sollte mittels CTG (= Herzton- und Wehenschreiber) überwacht werden. Die Geburt sollte in einem Zentrum mit Erfahrung bei vaginalen Geburtsversuchen nach Kaiserschnitt erfolgen, das über ein ausreichendes Notfallmanagement (24h/7Tage vor Ort) verfügt und eine Kinderklinik hat.
Dies ist notwendig, da es bei einem vaginalen Geburtsversuch nach Kaiserschnitt in seltenen Fällen zu einem Notkaiserschnitt kommen kann. Notfallsituation bei einer Operation haben statistisch eine höhere Komplikationsrate für Mutter und Kind als geplante Operationen.
Welche Komplikationen können auftreten?
Bei den Komplikationen steht vor allem das Risiko einer Uterusruptur (einem Riss der Gebärmutternarbe) im Mittelpunkt. Dieses Risiko ist sehr gering und liegt bei etwa 0,5% (1/200 Frauen). Nicht jede Uterusruptur verläuft fulminant. Es gibt hier viele Abstufungen. Nicht immer ist ein Notkaiserschnitt erforderlich. In vielen Fällen kann dieser eilig (ohne Vollnarkose) erfolgen.
Bei einer Ruptur kann es jedoch vorkommen, dass sich die Gebärmutter nicht mehr operativ verschließen lässt, es zu starken Blutungen kommt und die Gebärmutter entfernt werden muss (man nennt dies in der Fachsprache eine Hysterektomie). Dann ist eine weitere Schwangerschaft nicht mehr möglich.
Sollte eine Geburtseinleitung notwendig werden, erhöht sich das Risiko einer Uterusruptur auf das 2- bis 3-fache (1-1,5%) und auch die Wahrscheinlichkeit für einen ungeplanten Kaiserschnitt steigt. Daher bedarf jeder Einleitungsversuch nach Kaiserschnitt einer klaren medizinischen Indikation. Neben der Verletzung der Gebärmutter ist damit auch ein erhöhtes Risiko für Blutungen verbunden, die die Gabe von Blutkonserven nach sich ziehen können.
Dass es bei einem vaginalen Geburtsversuch nach Kaiserschnitt zu einem kindlichen Todesfall kommt, ist sehr selten.


Vor- und Nachteile eines erneuten Kaiserschnitts
Zu den Vorteilen eines geplanten Kaiserschnittes gehört insbesondere
• die Kenntnis des Geburtsdatums und die Wägbarkeit der Geburt,
• ein niedriges Risiko für eine Narbenruptur und damit verbundene kindliche Komplikationen.
Da diese Risiken jedoch statistisch gering bleiben, müssen hier unbedingt die mütterlichen und kindlichen Risiken bei einem erneuten Kaiserschnitt beachtet werden, die sich durch die Voroperation ergeben.
- Es können Organe (z.B. Darm oder Blase) der Mutter und das Kind selbst bei einem Kaiserschnitt verletzt werden.
- Das Risiko für Thrombosen bei der Gebärenden ist erhöht.
- Die Gebärenden nach Kaiserschnitt benötigen nach der Geburt gegenüber der Spontan (=vaginalen) Geburt eine längere Erholungszeit.
- Kinder werden signifikant kürzer und weniger oft gestillt.
- Die Neugeborenen zeigen statistisch gesehen öfter Anpassungsstörungen nach der Geburt.
- Die Wahrscheinlichkeit für Kaiserschnitte und Komplikationen in folgenden Schwangerschaften steigt.
- Jeder weitere Kaiserschnitt birgt beispielsweise das Risiko für Störungen in der Plazenta (= Mutterkuchen) Entwicklung und für des Einwachsens der Plazenta (= Mutterkuchen) bei einer Folgeschwangerschaft. Dies kann zu Komplikationen in der Schwangerschaft führen.
- Auch kann es zu Verwachsungen im Bauchraum kommen, die bei weiteren Eingriffen das Komplikationsrisiko erhöhen.
Ein geplanter Kaiserschnitt sollte im Hinblick auf die Anpassung des Kindes möglichst nicht vor 38+0. Schwangerschaftswochen erfolgen.
Nach mehr als zwei Kaiserschnitten wird einheitlich von einem spontanen (= vaginalen) Geburtsversuch abgeraten. Bereits nach 2 Kaiserschnitten ist von einem erhöhten Uterusruptur-Risiko (= Riss der Gebärmutternarbe) auszugehen, wobei diesbezüglich auch Daten vorliegen, die von keiner signifikanten Risikoerhöhung berichten. Das Risiko für eine Uterusruptur wird mit bis zu 3,7% angegeben.
Treffen Sie Ihre Entscheidung in einem persönlichen Gespräch mit uns
Es ist in Ihrem und im Sinne Ihres Kindes ausführlich über die Möglichkeit eines vaginalen Geburtsversuches nach Kaiserschnitt in der vorherigen Schwangerschaft nachzudenken.
Ein persönliches Gespräch zur Geburtsplanung ist jederzeit möglich.

Beckenendlage – was nun?
Bei drei bis fünf Prozent aller Schwangerschaften stellt sich das Kind am Geburtstermin in Beckenendlage (Steißlage) ein. Nicht selten löst dies große Sorgen aus. Man kann aus dem Internet erfahren, dass zahlreiche Paare sich in dieser Situation zu einem Kaiserschnitt entscheiden. Diese Entscheidung wird von dem Wunsch getragen, den für das Kind sichersten und wägbarsten Geburtsmodus zu wählen.
Eine Alternative zu einem Kaiserschnitt oder einer vaginalen Geburt bei fetaler Beckenendlage kann beispielsweise die sogenannte äußere Wendung sein, bei der Ihr Kind vor Einsetzen der Wehen durch spezielle Handgriffe in Schädellage gedreht wird. Ihre Entscheidung zum Geburtsmodus sollte eine informierte Entscheidung sein und für Sie zu einem nachhaltigen Entschluss führen. Dies setzt immer ein offenes ärztliches Beratungsgespräch in unserem Zentrum voraus. Sie können sich hierzu jederzeit vertrauensvoll an uns wenden.
Die Entscheidung über den Geburtsmodus bei Beckenendlage des Kindes ist stets eine individuelle Entscheidung der werdenden Mutter. Eine sichere und selbst bestimmte Geburt ist uns für Sie besonders wichtig. Wir möchten im Folgenden über die Möglichkeiten bei fetaler Beckenendlage informieren, um eine gemeine Entscheidungsgrundlage für die Geburt Ihres Kindes zu formen.


Häufigkeit und Ursachen einer Beckenendlage
Etwa drei bis fünf Prozent der Feten liegt bei der Geburt in Beckenendlage. Eine Ursache lässt sich lediglich in ca. 15 bis 20 Prozent der Fälle finden (z.B. Anomalien des Uterus, Muskelknoten der Gebärmutter (Myome), eine kurze Nabelschnur oder Nabelschnurumschlingungen, unphysiologische Lokalisationen des Mutterkuchens). Familiäre Häufungen sind beschrieben. Die Diagnose kann heute sicher mittels Ultraschall gestellt werden.
Die Wahrscheinlichkeit für eine Beckenendlage nimmt mit dem Schwangerschaftsalter ab. So befinden sich ca. 25 Prozent der Feten bis zur 28. Schwangerschaftswoche (SSW) in Beckenendlage, in der 32. SSW sind es noch bis zu 16 Prozent. Selbst nach der 36. SSW drehen sich noch bis zu 25 Prozent der Feten spontan in Schädellage.
Handlungsmöglichkeit bei Beckenendlage
Beim Vorliegen einer fetalen Beckenendlage stehen verschiedene Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung:
1. Der Versuch der äußeren Wendung und der vaginale Geburtsversuch bei erfolgreicher Wendung in Schädellage, ein geplanter Kaiserschnitt bei erfolgloser Wendung.
2. Ein geplanter Kaiserschnitt.
3. Der vaginale Geburtsversuch aus Beckenendlage bei günstigen Voraussetzungen nach vorheriger Risikostratifizierung. Hierzu würden wir Sie an einem in Beckenendlagegeburten erfahrenen Zentrum mit den 24stündig im Haus verfügbaren notwendigen Vorrausetzungen für derartige Risikogeburtshilfe vorstellen.
Aktuelle Daten von über 1000 vaginalen Geburten aus Deutschland liegen von der Frankfurter Arbeitsgruppe (FRABAT FRAnkfurt Breech At Term Study Group) vor. Hier zeigt sich, dass etwa ein Viertel der Kinder bei der Geburt durch Handgriffe unterstützt werden müssen. Etwa eines von 18 Kindern wird auf die Kinderintensivstation aufgenommen werden müssen. Bei etwa einem von 50 Kindern kommt es zu einer Sauerstoffunterversorgung und bei etwa einem von 100 Kindern zu Geburtsverletzungen oder neurologischen Defiziten. Die Risiken sind mit denen bei der vaginalen Geburt aus Schädellage in der Literatur vergleichbar – treten aber häufiger auf, als bei einem Geburtsversuch aus Schädellage.


Die äußere Wendung
Liegt das Kind in Beckenend- oder Querlage, stellt die äußere Wendung ein mechanisches Verfahren dar, das Kind durch die Bauchdecke der Schwangeren unter Gabe eines Medikaments, welches Wehen verhindert, in Schädellage zu wenden. Dies geschieht unter regelmäßiger Ultraschallkontrolle der fetalen Herzfrequenz. Bei Anzeichen auf fetalen Stress wird die Wendung unterbrochen. Die Wendung erfolgt im Kreißsaal in unmittelbarer Nähe zum OP, sollte es zu Komplikationen kommen, was glücklicherweise sehr selten der Fall ist. Die äußere Wendung ist ein ärztlicher Eingriff, wobei eine Assistenz durch Hebammen möglich ist.
Die Wendung erfolgt in entspannter Lage. Ein wehenhemmendes Medikament führt zu einer Entspannung der Gebärmutter, was die Wendung erleichtert. Ein Ultraschallgel auf dem Bauch der Schwangeren reduziert zusätzlich Reibung an der Haut. Es wird zunächst versucht, den Steiß des Kindes aus dem mütterlichen Becken zu mobilisieren. Gelingt dies, wird mit der anderen Hand versucht, das Kind über eine Vorwärts- oder Rückwärtsrolle in Schädellage zu bewegen.
Die Erfolgsrate der äußeren Wendung wird in der Literatur je nach Autor sehr variabel zwischen ca. 30 Prozent und 80 Prozent angegeben. Man kann sagen, dass im Mittel eine Erfolgsquote von ca. 50 Prozent bis 60 Prozent besteht.
Sowohl mütterliche als auch kindliche Faktoren können beim Gelingen einer Wendung eine Rolle spielen. Die Chancen einer erfolgreichen Wendung liegen beispielsweise bei Mehrgebärenden mit einer ausreichenden Fruchtwassermenge höher, als bei adipösen Schwangeren mit einer geringen Fruchtwassermenge.
Sehr selten, in etwa zwei Prozent der Fälle, dreht sich das Kind nach einer Wendung wieder zurück. Hier kann es notwendig werden, eine erneute Wendung mit anschließender Geburtseinleitung zu versuchen.
Ca. vier Prozent der Kinder drehen sich auch nach erfolgloser äußerer Wendung selbstständig in Schädellage.
Daher wird die Wendung erst ab 37+0. SSW durchgeführt – also am reifen Kind. Eine frühere Wendung ist zwar prinzipiell möglich, wird im KMB aber nicht durchgeführt, da sich viele Kinder bis zur 37+0. SSW spontan drehen können. Es gibt daher keinen Grund eine Frühgeburt zu erzwingen. Prinzipiell kann eine Wendung bis zum Einsetzen der Wehen oder einem Blasensprung erfolgen, wobei die Chancen auf eine Erfolgreiche Wendung mit dem zunehmenden Schwangerschaftsalter sinken.
Das Risiko für Komplikationen im Rahmen des Wendungsversuches liegt bei etwa zwei Prozent (z.B. Auffälligkeiten der Herztöne, Blasensprung). Zu schwerwiegenden Komplikationen kommt es in weniger als einem Prozent der Fälle (z.B. vorzeitige Plazentalösung). Die Notwendigkeit einer sofortigen Geburt per Kaiserschnitt (Notkaiserschnitt in Vollnarkose) liegt bei etwa 1/280.
Durch Komplikationen kann es zu einer zeitnahen Geburt kommen.
Um das kindliche Becken aus dem mütterlichen zu mobilisieren ist möglicherweise etwas Druck notwendig. Dieser wird individuell sehr unterschiedlich wahrgenommen, in seltenen Fällen auch schmerzhaft. Es ist jederzeit möglich, den Eingriff abzubrechen, sollte es zu einem stärkeren Schmerzempfinden auf Seiten der Mutter kommen
Sind es Zwillinge oder mehr?
Höhergradige Mehrlinge, also Drillinge, Vierlinge, etc. kommen in der industrialisierten Welt nahezu alle durch einen Kaiserschnitt auf die Welt. Bei Zwillingen ist dies jedoch nicht so. Eine vaginale Entbindung von Zwillingen kann viele Vorteile haben. Beispielsweise kann sich die Mutter nach der Geburt ungleich besser um die zwei Neugeborenen kümmern, als nach einem Kaiserschnitt. Welcher Geburtsmodus im individuellen Fall zu bevorzugen ist, wird immer in einem persönlichen Beratungsgespräch, anhand der Untersuchungsbefunde und der persönlichen Vorgeschichte der Schwangeren festgelegt.
Für die vaginale Entbindung von Zwillingen sind wir bestens ausgestattet. Bei der Entbindung von Zwillingen brauchen wir immer ein interdisziplinäres Team. Neben der Hebamme und der Assistenzärztin, wird auch ein Facharzt für Geburtshilfe und Gynäkologie, sowie zwei Kinderärzte bei der Geburt anwesend sein.

Sie möchten nicht im Krankenhaus bleiben?
Möchten Sie die Sicherheit des Krankenhauses nicht missen, andererseits aber schnell mit dem Kind in die vertraute Umgebung nach Hause zurück, ist die ambulante Geburt eine gute Alternative. Wenn bei der Entbindung Ihres Kindes keine Probleme auftreten, bleiben Sie noch etwa 4-6 Stunden in unserer Obhut und werden dann in die Fürsorge ihrer nachsorgenden Hebamme entlassen.

Die Geburtsarbeit ist ein individueller Prozess, der von Mensch zu Mensch unterschiedlich empfunden wird. Es ist uns wichtig, auf Ihr Empfinden des Geburtsschmerzes einzugehen und bieten daher verschiedene Möglichkeiten der Schmerzerleichterung, sofern Sie dies wünschen.
Massagen, Entspannungsbad, Aromatherapie
Zu den Möglichkeiten der natürlichen Schmerzerleichterung zählen beispielsweise Massagen, ein warmes Entspannungsbad, Aromatherapie oder die Anwendung eines TENS-Geräts.
Darüber hinaus kann eine kontinuierliche Unterstützung durch eine Ihnen vertraute Begleitperson positiv auf den Geburtsprozess einwirken, indem sich beispielsweise die Geburtsdauer verkürzt und die Wahrscheinlichkeit, dass Schmerzmittel benötigt werden, reduziert wird.

Individuelle Beratung für Sie
Des Weiteren können schmerzlindernde Medikamente zum Einsatz kommen, die zum Beispiel als Tablette, Zäpfchen oder über die Vene verabreicht werden können. Da sich die Wirksamkeit der Medikamente unterscheidet und nicht in jeder Phase der Geburt angewandt werden können, beraten wir Sie ganz individuell, um deren richtigen Einsatz zu finden und den gewünschten Effekt zu erzielen.

Sollten die bisher aufgezeigten Optionen keine ausreichende Schmerzerleichterung bieten, so ist die PDA (Peridualanästhesie) eine sehr effektive Möglichkeit, die Schmerzsignale im unteren Bereich des Rückens zu blockieren.
Dafür wird nach einer örtlichen Betäubung im Bereich der Lendenwirbelsäule ein kleiner Katheter (Schlauch) zwischen den Wirbeln in den sog. „Periduralraum“ eingeführt, über den kontinuierlich bis zur Geburt Medikamente verabreicht und somit die Schmerzen gehemmt werden.
Aber nicht nur zur Schmerzerleichterung, sondern auch aus medizinischer Indikation kann eine PDA notwendig sein – hier wird der positive Effekt der größtmöglichen Entspannung im Bereich des Beckens ausgenutzt. Durch eine PDA wird das Bewusstsein nicht beeinträchtigt und Sie erleben die Geburt im wachen Zustand.
In welchen Situationen ist eine PDA sinnvoll?
Wenn eine Geburt sehr lange dauert, zum Stillstand kommt oder die Schmerzen nicht mehr auszuhalten sind, kommt die Frau mithilfe einer PDA zur Ruhe und kann wieder Kraft schöpfen. Auch Kaiserschnittkinder werden meist unter einer PDA geboren: Im Unterschied zur Vollnarkose kann die Mutter ihr Kind nach der Geburt sofort sehen, berühren und stillen. Da die PDA eine lokale Betäubung ist, geht kein Narkosemittel auf das Kind über und das Risiko für die Frau ist viel geringer als bei einer Vollnarkose.


Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine PDA?
Voraussetzung für das legen einer PDA ist, dass die Geburt voll in Gang ist, die Wehen also regelmäßig kommen und der Muttermund sich öffnet. Die Wirkung setzt nach einigen Minuten ein und hält anderthalb bis zwei Stunden an. Der Arzt kann bei Bedarf mehrfach nachspritzen oder die Betäubung beenden – das geht, weil lokale Narkosemittel genau dosier- und steuerbar sind. Wenn der Muttermund vollständig eröffnet ist und die Pressphase beginnt, sollte das Gefühl wieder da sein, die Schmerzen werden jedoch weiterhin gedämpft. Wirkt die PDA in diesem Stadium noch zu stark, kann die Frau nicht aktiv mitpressen – dann dauert die Geburt oft länger und das Kind muss häufiger per Saugglocke geholt werden.
Mindert die PDA das Geburtserlebnis?
Zu einem erfüllten Geburtserlebnis gehören nicht zwingend Schmerzen. Wichtiger ist das Wissen, das Kind aus sich heraus geboren zu haben und es direkt nach der Geburt auf den Bauch gelegt zu bekommen. All dies ist bei der PDA möglich.


Hat die PDA auch Nachteile?
Sie wirkt leicht wehenhemmend, kann die Geburt also verlängern. Sehr selten wird beim Spritzen der Spinalkanal verletzt und es tritt etwas Rückenmarksflüssigkeit aus. Die Folgen sind heftige Kopfschmerzen über drei bis vier Tage. In diesen Fällen helfen Liegepausen und Kopfschmerztabletten. Bleibende Schäden sind aber nicht zu befürchten, selbst wenn die Spritze zu tief eingestochen wird.
Für die Geburt:




















