Die Abteilung Schmerzmedizin des Klinikums Mittelbaden (KMB) in Bühl beteiligt sich am 2. Juni mit einer Telefonaktion am bundesweiten Aktionstag gegen den Schmerz.
Während Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck fest im Fokus der medizinischen Versorgung stehen, bleibt eine andere Volkskrankheit oft im Schatten: der chronische Schmerz. Ob Rücken-, Kopf-, Nerven- oder Tumorschmerz – rund 23 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Schmerzen. Für über zwei Millionen von ihnen ist der Schmerz eine eigenständige und komplexe Erkrankung, die weitreichende Auswirkungen auf Körper, Psyche und Alltag hat. Und die Zahlen sind alarmierend: Statistiken belegen, dass die Hälfte aller Betroffenen hierzulande medizinisch unterversorgt ist und keine ausreichende Behandlung erhält.
Am Dienstag, 2. Juni, dem 15. bundesweiten „Aktionstag gegen den Schmerz“ können sich Schmerzpatienten und ihre Angehörigen aus der Region Mittelbaden gezielt über Behandlungsmöglichkeiten informieren: In der Zeit von 9:30 bis 11:30 Uhr steht die KMB-Expertin Dr. Viktoria Ihle-Tschabrun, Fachärztin für physikalische und rehabilitative Medizin, Oberärztin und Schmerztherapeutin der Klinik für Schmerzmedizin in Bühl, unter der Rufnummer 07223/8114 138 für Fragen zur Verfügung. Neben der regionalen Telefonaktion sind am 2. Juni unter der kostenfreien Rufnummer 0800/18 18 120 zwischen 9 und 18 Uhr auch renommierte Schmerzexperten aus ganz Deutschland bei der Aktion der Deutschen Schmerzgesellschaft erreichbar.
Angebot der Schmerzmedizin
Neben der ambulanten Diagnostik und Therapie bietet das Team eine meist 16-tägige stationäre Aufnahme zur multimodalen Schmerztherapie an. „Oft leiden unsere Patienten an Schmerzen, obwohl die vorliegenden Gewebeschädigungen so ausgeprägte Beschwerden nicht erwarten lassen“, erklärt Dr. Joachim Gießer, leitender Arzt der Schmerzmedizin. „Das Schmerzsystem kann man in diesen Fällen mit einem fehlerhaften Sicherheitssystem vergleichen, das andauernd Alarm schlägt. Diese Alarmsignale haben weitreichende Folgen für Patienten: Sie versuchen den Auslöser zu vermeiden und zum Beispiel die betroffenen Körperregionen zu schonen. Das führt zum Abbau der Muskulatur und dies wiederum verursacht weitere Schmerzen. Die Betroffenen erleben durch ihre Beschwerden oft deutliche Einschränkungen in ihrem sozialen und beruflichen Umfeld. All das belastet auch ihre Psyche erheblich.“ Um diese komplexen Fälle angemessen zu behandeln, entwickeln die Mediziner der Schmerzmedizin daher gemeinsam mit Patientinnen und Patienten eine leitliniengerechte Strategie, die medizinische Expertise mit etablierten Entspannungsverfahren und gezielten Interventionen verbindet. Ein interdisziplinäres Behandlungsteam stimmt den Therapieplan in wöchentlichen Besprechungen engmaschig ab und kooperiert mit Fachabteilugen wie der Radiologie. Diese ganzheitlichen Ansätze auf den neuesten Stand der Wissenschaft bieten durch ihre Synergieeffekte bessere Therapieerfolge im Vergleich zu Behandlungen, die isoliert von einander parallel durchgeführt werden. Nach der Schließung des Standorts Bühl Ende 2026 soll das Angebot der Schmerzmedizin nach aktuellem Stand am Standort Rastatt fortgeführt werden.
Weitere Infos zur Schmerzmedizin am KMB:
https://www.klinikum-mittelbaden.de/klinik-fachbereiche/schmerzmedizin/

